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Ein Miteinander trotz Krieg und Elend

West-Eastern Divan Orchestra gastierte in Salzburg.

Das 1999 von Daniel Barenboim gegründete West-Eastern Divan Orchestra ist ein Friedensprojekt, das junge arabische und israelische Musiker vereint, um eine Botschaft des Miteinanders zu transportieren. Beim Konzert bei den Salzburger Festspielen stand am Donnerstag mit "Looking For Palestine" des britischen Komponisten David Robert Coleman ein zweifach bewegendes Werk auf dem Programm. Einerseits die Suche nach der eigenen Identität in einer Welt zunehmender Konflikte und andererseits der Text von Najla Said, der Tochter des 2003 verstorbenen Literaturtheoretikers Edward Said, einer der Gründungsväter des West-Eastern Divan Orchestras.

Das Stück – ein Monodram, das wie eine Opernszene entworfen ist – beschreibt Najla Saids schreckliches Erleben aus erster Hand, wo mitten in die Idylle im libanesischen Tyros der Schrecken von Krieg und Gewalt hereinbricht. Trotz aller Weltoffenheit bekennt man sich zur eigenen Tradition, zum eigenen Volk. Krieg zwingt selbst die, die weiter denken als die blind vor Hass aufgeblähten Kampfhähne zur Einsicht, dass man zwar für gegenseitiges Verständnis eintreten möchte, aber daran scheitert, bloß ein Brückenbauer zwischen zwei Welten zu sein, die einander nicht verstehen.

Emotionen ideal eingefangen

David Robert Coleman hat die Emotionen ideal mit seiner Musik eingefangen, das West-Eastern Divan Orchestra unter Daniel Barenboim hat diese präzise umgesetzt und die Sopranistin Elsa Dreisig hat den Text stimmlich präsent interpretiert. Um Identität geht es auch in Bruckners letzter Symphonie, die Gott geweiht ist. Auch sie ist ein Brückenbau zwischen den Welten. Daniel Barenboim hat mit dem West-Eastern Divan Orchestra eine Interpretation erarbeitet, die Mystifizierung nicht ausspart, sondern den jugendlichen Musikern angepasst ein lebendiges Musizieren auslöste. (wruss)

Fazit: Mit "Looking for Palestine" gab es eine auch das Publikum bewegende Aufführung einer absolut notwendigen Novität, die ideal zum Bruckner’schen Kosmos passte.

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Artikel 18. August 2018 - 00:04 Uhr
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