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Drei Menscha aus dem Mühlviertel bezaubern als "Poxrucker Sisters"

Steffi, Christina und Magdalena aus St. Ulrich verbinden Tradition und Moderne.

Drei Menscha aus dem Mühlviertel bezaubern als "Poxrucker Sisters"

Das sind die PoxSis: Steffi (25), Christina (22) und Magdalena Poxrucker (18) Bild: Wakolbinger

Die Mama hat ihnen von der Musikkarriere abgeraten: "Lassts das lieber mit dem Singen", sagte sie. Denn dass Magdalena, die jüngste der drei musizierenden Schwestern "Poxrucker Sisters", vor jedem Auftritt aus Nervosität krank wurde, sei doch ein eindeutiges Zeichen: "Das ist zu viel Stress für sie."

Steffi, Christina und Magdalena haben die Worte der Mutter ignoriert und weitergemacht – mit Erfolg. Ihre erste Single "Nimm da wos mit", die im Herbst veröffentlicht wurde, kletterte in den Ö3-Hörercharts bis unter die Top 20, gleichzeitig war sie auch in den Airplay-Charts der Regionalradios unter den Top Ten.

"Wir passen mit unserer Musik nicht wirklich in eine Schublade. Wir mischen traditionelle Volksmusik und Dialekt mit moderner Popmusik. Wir sind bodenständig, heimatverbunden und traditionell, aber trotzdem modern und lebhaft", sagt Steffi.

Konkret hört sich das so an: Steffi spielt Violine, Christina Cajón und Magdalena Gitarre. Singen können alle drei. Doch auch den Rest schaukeln die drei Mädels alleine. "Wir schreiben die Lieder und die Texte und arrangieren sie dann." Für die erste CD, die im März auf den Markt kommt, holen sie sich Unterstützung bei einem Produzenten.

Auftritt auf Gut Aiderbichl

Sie waren zu Gast bei "Advent auf Gut Aiderbichl", treten kurz einmal vor mehr als 1000 Menschen auf und begeistern regelmäßig die Mühlviertler mit ihren Live-Auftritten. Angefangen hat alles, als die drei aus St. Ulrich im Mühlkreis vor sieben Jahren gefragt wurden, ob sie nicht einmal bei einem Heimatabend singen möchten. Nachdem gleich der erste Auftritt mit einem reinen A-cappella-Programm ein großer Erfolg beim Publikum war, haben die drei Lust auf mehr bekommen. "Wir wollten eigene Sachen schreiben und das Ganze mit Instrumenten erweitern", sagt Christina. Die Liebe zur Musik ist in der Familie bereits mitgegeben worden, gesungen wurde viel, die Beschäftigung mit Volksmusik war für die drei trotzdem Neuland.

Jetzt verquicken sie das Traditionelle mit frischen Ideen. In "Nimm da wos mit" beschwören sie einen vergangenen Sommer herauf, in der Weihnachts-Nummer "Ois g‘schenkt" besingen sie die vielen wertvollen Dinge, die es im Leben nicht für Geld zu kaufen gibt. All das im Mühlviertler Dialekt. Auf Verständlichkeit getestet werden die Texte bei Live-Auftritten. Dass viele unterhalb der Donau nicht wissen, dass "Kersch" die Kirschen sind und "bleafuassi renna" anderswo barfuß laufen heißt, haben sie so schon herausgefunden. "Auch innerhalb des Mühlviertels gibt es oft verschiedene Ausdrucksweisen. Aber wenn wer ein Wort nicht versteht, können wir damit leben", sagt Christina.

Lediglich beim Bandnamen selbst waren die drei bereit, Abstriche vom Mühlviertlerischen zu machen und sich der Verständlichkeit halber von "Poxrucker Menscha" in "Poxrucker Sisters" umzutaufen.

Magdalena soll in diesem Schuljahr noch die Matura machen, Christina studiert Religion und arbeitet nebenbei, und Steffi steht mitten im Berufsleben. Warum sie sich die Arbeit mit den "Poxrucker Sisters" trotzdem antun, wissen die drei.

"Auf der Bühne stehen und sehen, dass die Leute voll dabei sind und mitfiebern, das ist ein unbezahlbares Gefühl", sagt Steffi. Und Magdalena setzt nach: "Ich mag es, wenn die Leute die Schmähs in unseren Liedern verstehen und bei den Konzerten lachen."

Dass sie ausgerechnet drei Schwestern sind, die sich die Bühne teilen, ist Segen und Fluch zugleich. "Wir streiten viel, aber das meiste wird demokratisch entschieden. Und sonst gibt einfach die Älteste den Ton an", sagt Magdalena und lacht. Und andererseits seien sie auch die besten Freundinnen. "Wir können auf der Bühne während des Singens miteinander kommunizieren und uns nur durch Blicke alles ausmachen", sagt Christina.

Nesthäkchen Magdalena hat ihre Auftrittsangst überwunden. "Jetzt ist sie die von uns, die auf der Bühne am meisten Gas gibt", befinden ihre Schwestern. Und auch die Mama steht dem Unternehmen "Poxrucker Sisters" mittlerweile nur noch positiv gegenüber. "Sie ist sehr stolz und immer wieder überrascht, wie viel sich bei uns tut", sagen die drei. Dabei soll es mit der CD im März doch erst so richtig losgehen.

„Ois g´schenkt“ von den Poxrucker Sisters

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Artikel Julia Evers 19. Dezember 2013 - 00:04 Uhr
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