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Dokumentation „Kopfjagd in Ostafrika“: Der Traum vom deutschen Weltreich

Ende des 19. Jahrhunderts packte auch die Deutschen die imperialistische Gier. Mit harter Hand griffen sie nach fremdem Land. Welche Spuren sie in Afrika und in der Südsee hinterließen, zeigt das ZDF ab heute, 20.15 Uhr, im Zeitgeschichte-Dreiteiler „Das Weltreich der Deutschen“.

Der Traum vom deutschen Weltreich

Carl Peters lebte in Afrika sein Herrenmenschentum aus. Bild: ZDF und Universi

Kaiser Wilhelm II. hatte einen Traum: ein Reich, das sich über die ganze Welt erstreckt. Obwohl sich die Deutschen erst spät ins koloniale Abenteuer stürzten – erst 1884 stellte Reichskanzler Bismarck einige afrikanische Küstenstreifen unter deutschen Schutz –, herrschte man zu Beginn des 20. Jahrhunderts über Besitzungen bis ins ferne China, die fünfmal so groß wie das Mutterland waren.

Die ZDF-Reihe startet heute mit der Dokumentation „Kopfjagd in Ostafrika“. In Spielszenen werden die historischen Schlüsselmomente und Wendepunkte nachgestellt, ergänzt durch Archivbilder, Computer-animationen und grandiose Landschaftsbilder. Historiker, Politiker und Nachfahren von Protagonisten jener Zeit bringen ihre Sicht der Dinge ein.

Die Landnahme in Deutsch-Ostafrika (heute Tansania) ist mit dem Namen Carl Peters verbunden, der als „Hänge-Peters“ berüchtigt war. Der brutale Kolonialbeamte betrügt die Eingeborenen um ihr Land. Wer sich dagegen wehrt, wird mit Gewalt dazu gezwungen. „Peters ist ein gnadenloser Rassist, der jeden Juden ermorden würde. In Ermangelung von Juden schlachtet er nun Neger ab“, sagte der SPD-Abgeordnete August Bebel 1896 im Reichstag.

Immer wieder erheben sich geknechtete Völker gegen die Kolonialherren, die mit hohen Steuern, Zwangsarbeit und Prügelstrafe regieren. 1905 schließen sich Stämme zum Maji-Maji-Aufstand zusammen, der von den Deutschen und ihren afrikanischen Söldnern brutal niedergeschlagen wird. Zehntausende sterben.

Einen menschlichen, respektvollen Weg beschritt Kolonialoffizier Rudolf Ganßer, der Brunnen und Schulen bauen ließ und in die Zukunft der Kolonie investierte. Die Verwendung der Küstensprache Kisuaheli in Armee und Verwaltung schuf eine Universalsprache in Ostafrika, in der sich auch die Stämme untereinander verständigen konnten.

Völkermord in Südwestafrika

„Sturm über Südwest“ (13. April, 20.15 Uhr) befasst sich mit der Besiedlung von Deutsch-Südwestafrika, des heutigen Namibia. Es dauert nicht lange, bis es zum Konflikt mit dem Stamm der Herero kommt. Unter General Lothar von Trotha kommt es 1904 zu einem der blutigsten Kolonialkriege, an dessen Ende Völkermord und Konzentrationslager stehen.

„Abenteuer Südsee“ (20. April, 20.15 Uhr) berichtet von sanften Herrschern in Deutsch-Samoa und Deutsch-Neuguinea.

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Artikel 06. April 2010 - 00:04 Uhr
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