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Die mysteriösen Verflechtungen des Gratisblattes "heute"

dossier.at-Chefredakteur Florian Skrabal und sein Team recherchierten sämtliche Inserate seit 2004 – und entdeckten SPÖ-Nähe.

Die mysteriösen Verflechtungen des Gratisblattes "heute"

dossier.at-Chefredakteur Florian Skrabal Bild: OÖN

"Da geht es ja auch um sehr viel öffentliche Steuergelder", sagt Florian Skrabal (35), Chefredakteur der investigativen Web-Zeitung dossier.at. Seit 2009 recherchiert "ein Team von fünf bis sieben Leuten" an der Causa "heute".

Mehrere hundert Stunden haben die Journalisten rund um Skrabal kürzlich in der Nationalbibliothek verbracht, um zu recherchieren und Inserate zu zählen. Die Erhebung sämtlicher Inserate in "heute" seit 2004 habe ergeben, dass die bis 2010 von der SPÖ allein regierte Stadt Wien mit ihren Unternehmen der größte Anzeigenkunde gewesen ist – und (ohne Rabatte) zirka 41,5 Millionen Euro geschaltet haben könnte – alles nachzulesen auf dossier.at.

Das Gratisblatt hat vorige Woche ein pompöses Zehn-Jahres-Fest gefeiert. "Bis heute ist aber nicht geklärt, wer das Gratisblatt tatsächlich vor zehn Jahren gegründet hat." Das seien Privatstiftungen und Treuhänder gewesen – "wieso aber wird nicht offen gelegt, wer dahinter steht? Wer waren diese Personen?"

Skrabal ist überzeugt, dass es Leute aus hohen SPÖ-Kreisen sind – der damalige Pressesprecher von Kanzler Werner Faymann, Wolfgang Jansky, ist übrigens Geschäftsführer bei "heute". Medien würden ja "auch Stimmung machen, und die Bevölkerung hat ein Recht darauf, zu wissen, wer dahinter steht." Das sei auch ein brisantes politisches Thema und "ein medial-politischer Komplex", sagt Skrabal.

"Wir haben mehrmals schon die ,heute’-Macher um Stellungnahme gebeten, diese Fragen zu beantworten. Wäre uns nur einmal klar vermittelt worden, wer diese Leute sind, wäre unser Interesse schon längst erloschen. So aber bleibt unsere Neugier bestehen!"

Auch die kürzlich wieder erhobene Androhung einer Klage von ,heute’-Herausgeberin Eva Dichand werde das dossier.at-Team nicht abhalten, weiter zu recherchieren. Denn: "Wir finden, die Republik und ihre Bevölkerung haben das Recht, zu wissen, wer hinter der ,heute’-Gründung steht."

Wie finanziert sich dossier.at?

dossier.at finanziert sich durch Spenden Privater, durch Recherche für andere (auch ausländische) Medien, durch Lehraufträge, Stipendien – und manchmal auch durch Preisgelder, wie zuletzt den Robert-Hochner-Preis 2014.

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Artikel Silvia Nagl 09. September 2014 - 00:04 Uhr
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