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Der Terror ist genügsam und größenwahnsinnig zugleich

Die "OÖ Kulturvermerke" (19.–22. Oktober) diskutieren im Stadttheater Gmunden über Gewalt in Geschichte und Gesellschaft.

Der Terror ist genügsam und größenwahnsinnig zugleich

Philosoph Peter Strasser Bild: Bruckberger

Welche Erklärungsmodelle sind für die Ursachen von Terror denkbar, wie entsteht dieser katastrophale Schrecken, und ist Terror überhaupt zu vermeiden? Oder anders: Gibt es guten und schlechten Terror? Das renommierte Symposium "OÖ Kulturvermerke", das heuer sein 25-jähriges Bestehen und seine 26. Ausgabe feiert, analysiert von 19. bis 22. Oktober mit mehr als 20 Philosophen, Schriftstellern und Wissenschaftern im Gmundner Stadttheater die Gewalt in Geschichte und Gesellschaft.

Auf dem Weg ins Paradies

"Es ist der islamistische Terror, die die zum Glück gewaltentwöhnten Menschen Europas wieder an alte Gefährdungen und an die mögliche Präsenz von Gewalt in ihrem Alltag erinnert", sagt der Philosoph, Autor und Kulturvermerke-Kurator Franz Schuh. Einerseits sei der Terror genügsam, weil er sich mit der Rache durch Vernichtung begnüge – andererseits größenwahnsinnig, denn er soll ja die Terroristen ins Paradies befördern.

In Gmunden kreisen unter anderem Experten wie Soziologin Edit Schlaffer, die Literaturwissenschafter Renate Becker und Klemens Renoldner, die Philosophen Peter Strasser und Robert Pfaller, Historiker Thomas Riegler und Nahost-Expertin Petra Ramsauer das Thema ein – von der Familie, der kleinstmöglichen Terrorzelle, bis zum mörderischen IS.

Die Filme "Terror. Ihr Urteil" (nach Ferdinand von Schirachs Bestseller), "Brazil" (Regie: Terry Gilliam) und "Franz Fuchs – Ein Patriot" verinnerlichen den Schrecken mit einer Neubewertung von Schuld, einem dystopischen Staatsapparat beziehungsweise als irres, Briefbomben verschickendes Individuum.

"Franz Fuchs"-Regisseurin Elisabeth Scharang wird am Samstag nach dem Film zusammen mit Franz Schuh von ihren Recherchen berichten. Bereits am Vortag legt Eva Rossmann mit einer Lesung aus ihrem neuen Roman "Patrioten" und im Gespräch mit Peter Huemer die Brüchigkeit und Widersprüchlichkeit der übersteigert Heimat-Verliebten offen.

Um den relevanten Aspekt des "Sprachterrors" erweitert die Philosophin Aloisia Moser den Gmundner Versuch, diesem bestialischen Phänomen auf die Schliche zu kommen. Wir nehmen vorweg: Das vielfältige Wesen des Terrors wird nach diesem Wochenende nicht entlarvt, aber möglicherweise plausibler sein.

OÖ Kulturvermerke: "Terror – über Gewalt in Geschichte und Gesellschaft", 19.-22. Oktober, Stadttheater Gmunden, Infos unter: www.kulturvermerke.at

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Artikel Peter Grubmüller 03. Oktober 2017 - 00:04 Uhr
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