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Christine Dollhofer: "Crossing Europe"-Festivalregisseurin

Ein Leben für die Leinwand

Noch ohne viereckige Augen Bild: xe

Urlaub ist für Christine Dollhofer dann, wenn der Bildschirm schwarz bleibt. 800 Filme sichtet die Intendantin des von den OÖN präsentierten Filmfestivals „Crossing Europe“ pro Jahr – mit dem Ziel, aus den rund 1200 Neuerscheinungen, die jedes Jahr in Europas Kinos auf die Leinwände kommen, die besten und sehenswertesten nach Linz zu holen und an den Festivaltagen von heute bis zum Sonntag dem Publikum zu präsentieren.

1963 in Wels geboren, in Vorchdorf aufgewachsen und dann zum Studium der Theaterwissenschaften nach Wien übersiedelt, war Film schon bald die Leidenschaft der Kulturvermittlerin. „Wien war damals eine Filmstadt, in der es wahnsinnig viel zu entdecken gab, das hat mich sehr begeistert“, sagt Dollhofer.

Neben dem Kino war es das Organisieren, das Vermitteln und das Veranstalten, das sie reizte – alles Tätigkeiten, an denen sie sich mit der Gründung der FrauenFilmInitiative Anfang der 90er Jahre versuchen konnte. Als Leiterin des Wiener Filmcasinos belebte sie von 1992 bis 1997 die Kinolandschaft, als Co-Intendantin des Festivals des österreichischen Films, der Diagonale, gestaltete sie von 1997 bis 2003 in der Filmpolitik mit.

Das Festival des jungen europäischen Films, das „Crossing Europe“, holte Christine Dollhofer Ende 2003 zurück nach Oberösterreich. Die bevorstehende EU-Osterweiterung war damals der Anlass, den Schwerpunkt des Filmreigens nach Osteuropa zu verlegen. Eine Ausrichtung, die Dollhofer ein persönliches Anliegen ist: „Europa besteht aus vielen Ländern, nicht nur jenen, die Mitglied in der EU sind. Gerade auch aus diesen anderen Regionen kommen jedes Jahr so viele frische, neue Filme, es ist eine nie versiegende Quelle.“

8500 Besucher lockte Crossing Europe im ersten Jahr des Bestehens 2004 in die Kinos, 18.000 waren es im vergangenen Jahr. „Die Integration der besten Köpfe“ hält Dollhofer für einen Teil des Erfolgsrezepts, „mitgestalten zu können, wenn in Linz eine neue Veranstaltung etabliert wird“, für eine der lohnendsten Aufgaben an ihrer Funktion.

Ständig unter neuen Leuten und unterwegs zu sein, verlangt ihre Funktion ihr ab. „Meine Laufbahn war mit klassischer Familienstruktur nicht zu vereinbaren“, sagt die 47-Jährige heute: „Dafür musste ich einfach ortsungebunden leben und sehr unregelmäßige Arbeitszeiten in Kauf nehmen.“ Wenn heute Abend das „Crossing Europe“ eröffnet wird, wird Dollhofer versuchen, überall gleichzeitig zu sein. Nur nicht im dunklen Kinosaal. Denn die 117 Filme hat sie schon alle gesehen.

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Artikel 20. April 2010 - 00:04 Uhr
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