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Carreras triumphierte bei seinem Opern-Comeback

Christian Kolonovits komponierte ihm "El Juez" auf den Leib.

Carreras triumphierte bei seinem Opern-Comeback

Nach acht Jahren Pause verzauberte José Carreras sein Publikum in Bilbao. Bild: Reuters

Jubel für einen Katalanen und einen Burgenländer im Baskenland! Am Samstagabend feierte vor 1200 Besuchern im Teatro Arriaga in Bilbao die Oper "El Juez" ("Der Richter") Premiere, die Christian Kolonovits dem Weltstar José Carreras auf den Leib komponiert hatte.

Es stand viel auf dem Spiel, denn für Carreras soll es die allerletzte Opernrolle seiner traumhaften Karriere sein. Am Ende fiel allen ein Stein vom Herzen, denn das sonst eher zurückhaltende Publikum der Baskenstadt feierte die Produktion mit stürmischem Applaus und Standing Ovations. Thema des authentischen Werkes: die Kinder unliebsamer politischer Gegner, die vom Franco-Regime in Klöster gebracht, "umerzogen" und anderen Eltern übergeben wurden. Der Richter, der sich nun dieses Skandals annimmt, war einst als kleines Kind selbst in ein Kloster verschleppt worden.

Im Publikum befanden sich von österreichischer Seite auch Siemens-Boss Wolfgang Hesoun, die Familie Kapsch, Volksopern-Direktor Robert Meyer und STS-Popbarde Schiffkowitz, der extra auf Einladung von Spezi Kolonovits gekommen war.

Kolonovits hielt es übrigens nur kurz im Zuschauerraum. Vom Lampenfieber geplagt, wandelte er bis zum erlösenden Schlussapplaus unruhig durch die Gänge des Hauses. Deshalb versäumte er auch eine Panne. Der Bösewicht Morales sollte den Bruder des Richters erschießen. Alles bestens geprobt. Doch just bei der Premiere zündete die (Platz-)Patrone auch nach dem zweiten Versuch nicht. Also rettete sich der Todgeweihte (Tenor José Luis Sola) durch "kunstvolle" Sterbegebärden...

Die Leukämie-Diagnose

Für den 67-jährigen José Carreras war es, nach gut acht Jahren, die Rückkehr zur Oper. Zuvor, 1987, war seine strahlende Karriere durch die schreckliche Diagnose Leukämie unterbrochen worden. Von den Ärzten abgeschrieben, konnte er die Krankheit nach einer Knochenmarktransplantation doch besiegen.

Gefeiert wurde am Samstag im Restaurant "Victor Montez" mit baskischen Spezialitäten und viel Rotwein. Anwesend war natürlich auch die gesamte, große Carreras-Familie mit den engsten Freunden (ungefähr 30 Personen), Don José selbst war überglücklich: "Ich habe mich in diese Oper richtiggehend verliebt." Und der italienische Bassbariton Carlo Colombara, Darsteller des grimmigen Morales, lobte Christian Kolonovits: "Ich habe bereits moderne Opern gesungen, aber dass es einmal ein modernes Werk geben würde, das voll von schönen Melodien ist, hätte ich nie zu träumen gewagt."

Uraufführung in Erl

Schon wird mit weiteren Bühnen verhandelt, zum Beispiel mit dem Mariinski-Theater in St. Petersburg und mit Tokio. Bilbao (Koproduktion von Teatro Arriaga und dem Wiener Unternehmen Kupfer Kultur & Media) gilt als eine Art "Off-Broadway"-Premiere. Die eigentliche Welturaufführung findet am 9. August bei den Festspielen in Erl statt. Christian Kolonovits wird dafür einiges ändern und auch noch eine Ouvertüre komponieren.

Weitere Aufführungen in Erl sind für 12. und 15. August angesetzt. Und dort wird José Carreras gewiss der Erl-König sein.

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Artikel Ludwig Heinrich 28. April 2014 - 00:04 Uhr
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