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Auferstehung der bewährten Mittel

"O-MIA" soll die Operette zukunftsfit machen, das misslang bei der Premiere.

Auferstehung der bewährten Mittel

Ein perfektes Operetten-Paar: Ildikó Raimondi und Herbert Lippert Bild: Poehn

Die Opernstars Herbert Lippert und Ildikó Raimondi haben nach dreijähriger Schaffensphase geliefert: "O-MIA – Operette made in Austria" heißt ihr Projekt, das nichts Geringeres bewirken soll, als die vielfach verstaubte und oft von Regisseuren verhunzte Operette ins "Jetzt" zu heben. Daraus soll eine fixe Einrichtung werden, ähnlich der Eröffnung der Wiener Festwochen oder dem Neujahrskonzert.

Am Dienstag hatte die Idee mit all ihren hehren Zielen in der Gmundner Toscana-Halle Premiere. Grundsätzlich wurde daraus eine wunderbar konzertante Leistungsschau aus drei Epochen der Operette. Grundsätzlich, weil vor allem jene Elemente funktionierten, die man an der Operette ohnehin schätzt. Ildikó Raimondi und Herbert Lippert agierten als eine Art Traumpaar des Genres. Spritzig, witzig und stimmlich jeweils schon fast jenseitig sicher.

Dazu passten die St. Florianer Sängerknaben, die bei der "Tritsch-Tratsch-Polka" von Johann Strauß und beim "Spiegellied der Marie" (Operette "Soldat der Marie" von Leo Ascher) mit ihren reinen, unverbrauchten Stimmen und ihrem komödiantischen Talent genau das widerspiegelten, was man an der Operette schätzt: ein Stückerl heile Welt, wiedererkennbar komponiert, schön interpretiert und großartig gesungen.

Jene Elemente, mit denen Raimondi und Lippert dem Genre neues, mitunter virtuelles Leben einhauchen wollen, haben noch Luft nach oben. Video-Einspielungen während der beiden Ouvertüren des fein abgestimmten, motivierten und von Johannes Wildner umsichtig dirigierten IOIA-Orchesters lenkten von der Musik ab. Die ebenfalls eingespielte Moderation durch den Schauspieler Johannes Silberschneider wäre als Live-Auftritt ein Höhepunkt des Abends gewesen.

Gänzlich daneben ging das Crossover-Medley von Paul Abraham, bei dem neben den genannten Akteuren auf der räumlich schon sehr gedrängten Bühne auch noch ein E-Gitarrist und ein DJ musikalisch Einfluss nahmen. Alles in allem: ein holpriger Anfang mit großem Potenzial. Nicht aufgeben!

O-MIA: "Ein Walzer muss es sein", Toscana-Halle Gmunden, 15. August

OÖN Bewertung:

 

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Artikel Helmut Atteneder 17. August 2017 - 00:04 Uhr
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