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Ars Electronica: Milchkühe auf den Brucknerhausbühnen

Milchkühe auf den Brucknerhausbühnen

Lotti als beeindruckende Brucknerhaus-Diva Bild: ars2011

Eine Kuh macht Muh, viele Kühe machen Mühe. Im Fall der Ars-Ausstellung des Kunstuni-Studienzweigs „Interface Cultures“ im Linzer Brucknerhaus machen acht Euter-Protagonistinnen sogar Musik. Die Tierärztin und Kunststudentin Irmgard Falkinger-Reiter verschmilzt da in ihrem Beitrag „QmusiQ“ (=digitalisierte Kuhmusik) perfekt ihren Beruf mit künstlerischer Qualität.

„Die Arbeit basiert auf den Milchleistungs- und Trächtigkeitsdaten von acht Fleckkühen“, erklärt die Veterinärmedizinerin, die damit auch eine ironisierende Achse in die Instrumentalisierung von Nutztieren legt: „Hier werden die Kühe tatsächlich zu Instrumenten“. Besucher können per Dirigentenstab die „QmusiQ“ steuern, sogar ein „Tutti“ ist mit dem milchgebenden Kammerorchester möglich.

Elf weitere Positionen, die internationale Kunstuni-Studierende unter dem Motto „unuselessness“ (=Unnutzlosigkeit) hier präsentieren, bringen kuriose Bild-Ästhetik und politische Prägnanz. So können sich Besucher etwa entscheiden, ob sie in wild vibrierenden, die USA symbolisierenden Schlapfen das islamische Symbol für Allah „betreten“ wollen (Lenka Klimesova/Arwa Ahmed Ramadan).

Hartes Russenroulette

Es gilt, PC-Fehlermeldungen als Kreuzstickerei (Vesela Mihaylova) zu bestaunen sowie Strache-Redereien per „Squeezer“ (Lamoncha/ Cernei/ Jazbec) in lächerliches Gequäke zu verwandeln. Per Touchscreen verformen sich Klänge über abstrahierte Zahnräder (Brandstätter/Buchtala), und David Brunnthaler bringt seiner Oma Steinesammlung zum Erzählen. Besonders fein: „iWilson“, der Brückenschlag von Veronika Pauser in digitale Vergangenheiten. Besonders böse: „Weltschmerz“ von Masa Jazbec und Tiago Martins – die angebotenen Bilder von Krieg und Tragödie sehen nur jene, die den Revolver an der eigenen Schläfe „abdrücken“.

Fazit: Intensität meets Ironie. Formale Kraft trifft auf starke Konzepte.

 

Ars-Tipp Donnerstag:

AEC-Maindeck: Ab 20 Uhr setzen sich Performer des „Tesla Orchestra“ im Ganzkörperschutz den Blitzen der weltgrößten Tesla-Spulen aus und erzeugen schräge Audiofrequenzen. Ab 22 Uhr gibt’s hier Avantgarde-Pop der Oberösterreicherin Madame Humtata.

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Artikel Irene Gunnesch 01. September 2011 - 00:04 Uhr
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