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Alpkan, eine echt schräge Partie

Mühlviertler Crossover-Musiker erhielten den Volkskultur-Förderpreis des Landes

Alpkan, eine echt schräge Partie

Steri Geiner, Doktor Kastler, El Castlero, Herr Stockinger und Sherwig Hinnerl (v. l.) sind Alpkan. Bild: Alpkan

Sie drehen mitunter bekannte Melodien durch den Fleischwolf, spielen "Rosamunde" in Moll oder "Heut’ is’ mei Oide g’storm" von hinten nach vorne. So schräg ist die Truppe "Alpkan", die musikalisch irgendwo zwischen Alpen und Balkan angesiedelt ist.

Auch die Liedtexte sind originell, etwa beim Gössnwoiza, dessen Textzeile sich auf "Zzzz Zz Z Z Zz Zz" beschränkt oder auf ein einziges Wort ("Haut") oder auf die Aufzählung sämtlicher Schuh-Arten.

Das Bläser-, Zupf- und Schlagzeugquintett liefert aber neben allem Wortwitz und originellen Arrangements stets eines mit: qualitativ hochwertige Musik. Jetzt wurden "Alpkan" mit dem mit 3700 Euro dotierten Landeskultur-Förderpreis in der Kategorie Musik ausgezeichnet.

"Natürlich war das eine große Überraschung und g’freit ham wir uns auch", sagte Schlagzeuger, Sänger und Bandsprecher Herwig Schinnerl, der sich in Alpkanisten-Sprache "Sherwig Hinnerl" nennt. Die Bezeichnung Bandleader lehnt Schinnerl für sich ab, denn: "Wir sind sehr egalitär."

Begonnen hat die alpkanische Partie vor fünf Jahren, zu fortgeschrittener Stund’ anlässlich einer Hochzeit. Zur Band gehört auch Michael Kastler, seines Zeichens Gemeindearzt von Baumgartenberg. "Doktor Kastler", er spielt Trompete, Flügelhorn, Kornett und singt, wurde wie seine Kollegen ursprünglich bei der örtlichen Blasmusikkapelle musikalisch sozialisiert, andere wie "Steri Geiner" haben ihr Instrument sogar studiert. Der Sozial- und Kulturanthropologe Schinnerl wiederum hat einst in einer Balkan-Band gespielt.

"Wir fladern gern, mischen durch, fügen wieder zusammen. So haben wir verschiedene Stile zu einem hoffentlich unvergleichbaren Sound vermischt", sagte "Sherwig Hinnerl". Das gewonnene Preisgeld sehen Alpkan als willkommene Erhöhung des Startkapitals für ihr erstes Album, das 2019 erscheinen soll. Auch an der Infrastruktur will man hart arbeiten, eine Release-Tour soll die Band in ganz Österreich bekannt machen. "Und irgendwann wollen wir beim Woodstock der Blasmusik vor 5000 Menschen spielen", meinte "Sherwig Hinnerl" voller Vorfreude auf die Zukunft von Alpkan.

Alpkan heißt im Türkischen übrigens "Held". Auch irgendwie passend für diese schräge Partie.

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Artikel Helmut Atteneder 09. November 2018 - 00:04 Uhr
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