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Ärzte-Konzert: Etwas zäher Ordinationsbesuch in Linz

LINZ. Die Berliner Punkrock-Legenden „Die Ärzte“ gastierten am Sonntag in der Tips-Arena41 (!) Songs in handgestoppten 2:59 Stunden – quantitativ ließen Bela, Farin und Rod, besser bekannt als „Die Ärzte“, bei ihrem Konzert am Sonntagabend in der beinahe restlos ausverkauften Linzer Tips-Arena keine Wünsche offen.

Etwas zäher Ordinationsbesuch in Linz

Farin Urlaub (l.) und Bela B. sind zwei Drittel von „Die Ärzte“. Gemeinsam mit Rodrigo Gonzalez füllten die beiden die Sporthalle Linz. Bild: VOLKER WEIHBOLD

Qualitativ boten die punkrockenden Heilkünstler aus Berlin eine grundsolide, aber keineswegs die Musikwelt in ihren Grundfesten nachhaltig erschütternde Show.

Der Hauptgrund: die etwas arg patscherte Songauswahl, die konsequent jegliches Aufkommen von wirklicher Euphorie und brodelnder Stimmung im Keim erstickte. Auf jeden richtigen Kracher („2000 Mädchen“, „Ein Sommer nur für mich“, „Schunder-Song“) folgte ein Song-Paket aus mehreren, tendenziell mittelprächtigen Stücken vom aktuellen Album „auch“ und unbekannteren Liedern aus sämtlichen Epochen der 30-jährigen Bandgeschichte wie „Außerirdische“ oder „Kamelralley“. Aber kein „Westerland“, kein „Zu Spät“ und auch kein „Goldenes Handwerk“. Schade.

Immerhin: Dieses zur kollektiven Bespaßung nur bedingt taugliche „Stop & Go“-Prinzip bot dem Fan willkommene Gelegenheiten zur Blasenentleerung und der sofortigen Wiederauffüllung des aus dem Gleichgewicht geratenen Elektrolyt-Haushalts mittels Hopfengetränken.

Einige Längen im Mittelteil

Flotte Versionen von „Motherfucker 666“, „Wie es geht“, dem von Bela B. (Zitat Farin: „Der kleine Bruder von Alice Schwarzer“) gesungene „Manchmal haben Frauen ...“ sowie das schlichtweg furiose „Ist das noch Punkrock?“ entschädigten aber im Laufe des Abends dann doch für so manche ermüdende Länge, insbesondere im sperrigen Mittelteil.

Durchwegs grenzgenial hingegen die zwischen augenzwinkernder Publikumsbeschimpfung, Selbstironie, Altherren-Witzchen („Brüste, hi hi“) und Zwangs-Vulgarismus wechselnden Bühnengespräche der drei Endvierziger.

Nur einmal blieben dem launigen Akkordquassler Farin Urlaub die Worte im Mund stecken: nämlich als statt der lauthals eingeforderten Spitzen-BHs plötzlich eine gebrauchte Männer-Untergatte der Marke „Mundl-Sackbauer-Unterwäsch’“ auf die Bühne flog. Vor so viel Feinripp kapitulierte dann auch der härteste Punk.

Die Ärzte: „Das Comeback“-Tournee, Tips-Arena Linz, 21. Oktober

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Artikel Lukas Luger 23. Oktober 2012 - 00:04 Uhr
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