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101 Jahre Hermann Edtbauer: „Ih bi vo St. Irgn“

Ein Großer der Volkskultur ist 101 Jahre alt geworden: Hermann Edtbauer, legendärer Chorleiter und Mundartdichter. Er gilt als typischer Innviertler, lebt seit 77 Jahren in St. Georgen bei Obernberg, ist aber in Grünburg an der Steyr aufgewachsen.

101 Jahre Hermann Edtbauer: „Ih bi vo St. Irgn“

Der rüstige Jubilar Bild: K. Huber

Der rüstige Herr kann stundenlang aus seinem ereignisreichen Leben erzählen, einprägsame Begebenheiten mit Daten und Jahreszahlen belegen. Am 2. Februar 1935 kam er als Lehrer von Molln nach „Sankt Irgn“, wie St. Georgen von den Einheimischen ausgesprochen wird, „am Bauernfeiertag, mit’m Dienstbotenwechsel“. Da Edtbauer in seinem neuen Dienstort auch als Organist angekündigt worden war, hatte er am Lichtmesstag sofort die musikalische Feuertaufe in einer Messe zu bestehen. Wie haben ihn die Einheimischen aufgenommen? „Der is aber jung!“ Keine Kritik, nur freundliches Staunen, erinnert er sich.

Noch im selben Jahr übernahm Edtbauer auch die Funktion des Chorleiters der „Ersten Bauernliedertafel St. Georgen“, die er dann mehr als 60 Jahre lang ausübte. 1957 begleitete er mit der Bauernliedertafel die in St. Florian bei Linz gegossene Pummerin „bei der Auswanderung“ nach Wien zum Stephansdom. Er schloss Freundschaft mit dem Salzburger Volksmusikanten Tobi Reiser sen. und führte die ersten Innviertler Adventsingen ein. Später pflegte er eine herzliche Bekanntschaft mit Bundespräsident Rudolf Kirchschläger, der zweimal „auf Staatsbesuch nach Sankt Irgn“ kam.

Als versierter Reimeschmied drückte Edtbauer seine „Gedanga“ gerne in Gedichtform aus. Seine „neuen“ engeren Landsleute charakterisiert er so: „Machan d I’viertler s Mäul auf, gspürst die boarische Red; s gibt grad JA oder NA, ob s dir paßt oder net.“ Bei ihnen hat er Wurzeln geschlagen und fühlt sich längst heimisch in St Georgen bei Obernberg:

„Wann mih ebba da Herrgott zu eahm aufiholt

und ih dann vor eahm allsand rechtmacha sollt,

dann schrei ih recht laut: „Ih bi vo Sankt Irgn!“

Und i woaß, daß ih drobn a schens Platzerl werd kriagn.“

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Artikel Klaus Huber 31. Mai 2012 - 00:04 Uhr
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