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Wie Forscher dank Edelweiß Herzinfarkte stoppen

Ein Wirkstoff der Edelweiß-Wurzel soll bei Herzinfarkten helfen. Bild: colourbox

Wie Forscher dank Edelweiß Herzinfarkte stoppen

LINZ. David Bernhard von der Kepler-Uni entwickelte mit dem Wirkstoff der Alpenblume eine Spritze gegen Herzinfarkt.

12. Januar 2019 - 00:04 Uhr

So simpel kann manchmal die Lösung sein: Ein Wirkstoff aus der Wurzel des Edelweiß könnte in Zukunft bei der Behandlung von Herzinfarkten helfen. Ein Team um David Bernhard, Leiter des Zentrums für Medizinische Forschung an der Johannes-Kepler-Universität, entwickelte nun eine Spritze, mit der Notärzte noch vor Ort bis zu 20 Prozent des Herzmuskels retten könnten. Tests im Labor verliefen erfolgreich, nun soll die Entwicklung der Spritze weiter vorangetrieben werden.

Tipp aus der Volksmedizin

Doch wie kam David Bernhard ausgerechnet auf das Edelweiß? Als der Forscher noch an der Universität in Innsbruck tätig war, arbeitete er mit Kollegen aus dem Bereich Pharmazie zusammen, um neue Wirkstoffe bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu finden. Sie wussten um mehrere Pflanzen aus der traditionellen Volksmedizin, denen heilende Wirkung nachgesagt wurde. Bernhard testete eine Substanz nach der anderen: "Der Wirkstoff aus dem Edelweiß war mit Abstand der aktivste."

Wie Forscher dank Edelweiß Herzinfarkte stoppen
Edelweiß kann bei einem Herzinfarkt helfen.

Nun schloss er seine Untersuchungen an der Johannes-Kepler-Uni in Linz ab. Dank der Spritze, die intravenös verabreicht wird, können Zellen des Herzmuskels länger überleben. "Durch den Herzinfarkt wird ein Teil des Herzens von der Sauerstoffversorgung abgeschnitten", sagt Bernhard. "Das umliegende Herzgewebe erhält zu wenig Sauerstoff."

Lebensqualität nach Herzinfarkt

Bisher konnte erst im Krankenhaus mit der Behandlung des Herzinfarktes gestartet werden, mit der Spritze soll das in Zukunft sofort möglich sein: "Dadurch kann das Gewebe länger überleben", sagt der Wissenschaftler. "Wir gewinnen also Zeit."

Der Wirkstoff managt die Empfindlichkeit der Zellen gegenüber Sauerstoff, erklärt Bernhard: "Uns war wichtig, dass der Wirkstoff leicht und schnell anwendbar ist. Jedes Prozent an Herzleistung, das wir erhalten können, bedeutet Lebensqualität." Bernhard kann sich sogar vorstellen, dass in Zukunft gefährdete Patienten die Spritze selbst zuhause haben und im Notfall anwenden können.

Doch noch ist die Spritze nicht bereit für den Test im Krankenhaus. Der Wirkstoff wurde zwar bereits an kleineren Tieren getestet, nun sind zusätzliche Forschungen an größeren Organismen notwendig. Außerdem sind weitere toxologische Untersuchungen erforderlich. Bernhard schätzt, dass es etwa drei Jahre dauern wird, bis die Spritze in den Spitälern getestet werden kann, zwei bis drei Jahre werden noch vergehen, bis sie regulär eingesetzt werden könnte. Aber: "Ich glaube, unsere Chancen stehen sehr gut." (hes)

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