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Einäugig war gestern: Nach 47 Jahren sieht Linzer wieder mit beiden Augen

Univ.-Prof. Matthias Bolz mit Harald Draxler Bild: VOLKER WEIHBOLD

Linzer kann nach 47 Jahren wieder mit beiden Augen sehen

Der 62-Jährige Harald Draxler bekam nach einer Operation im Kepler-Uniklinikum 80 Prozent seiner Sehkraft zurück.

Von Barbara Rohrhofer, 13. Februar 2019 - 07:36 Uhr

Seit eineinhalb Wochen sieht Harald Draxler, 62, die Welt wieder mit beiden Augen. "Seit der Operation am 31. Jänner 2019 hab’ ich einen unglaublichen Gewinn an Lebensqualität. Ich hab’ ja gar nicht geglaubt, dass so etwas überhaupt möglich ist", sagt der pensionierte Fernmeldetechniker bei seiner Nachkontrolle in der Abteilung für Augenheilkunde im Kepler-Uniklinikum Linz.

Universitätsprofessor Matthias Bolz ist zufrieden mit den Fortschritten seines Patienten. "Die Sehkraft meines rechten Auges liegt jetzt bei 80 Prozent. Tendenz noch steigend", sagt Harald Draxler, der seit zwei Wochen zwei "gesunde Augen" hat. Eine völlig neue Erfahrung für den Mann, der im Alter von 15 Jahren einen Arbeitsunfall hatte. "Damals hat mich als Lehrling ein zwei Millimeter dicker Stahlkupferdraht im rechten Auge getroffen. Dieser bohrte sich direkt durch die Pupille". Eine sofortige Operation machte es möglich, dass das Auge erhalten werden konnte.

"Doppelbilder wurden zur Normalität"

"Richtig sehen konnte ich aber nur noch mit meinem gesunden linken Auge. Die Kontaktlinse, die ich für das verletzte Auge bekam, konnte ich nur unter Schmerzen verwenden." Also fand sich Harald Draxler damit ab, sein Leben mit einem sehenden Auge zu führen. "Man gewöhnt sich auch daran. Ich hab’ immer als Fernmeldemonteur gearbeitet, konnte Auto fahren, tanzen gehen, wandern. Sogar die Doppelbilder, die ich jahrzehntelang hatte, wurden für mich zur Normalität. Ich konnte sogar mit nur einem Auge wieder dreidimensional sehen."

Im Herbst 2018 bekam der 62-Jährige dann plötzlich Probleme mit seinem gesunden linken Auge. Er konsultierte einen Augenarzt, der eine Glaskörper-Abhebung diagnostizierte, die sich als gut behandelbar erwies. Der Mediziner verwies seinen Patienten bei dieser Gelegenheit an Universitätsprofessor Bolz, weil er gehört hatte, dass es im Kepler-Universitätsklinikum ein neues Verfahren gibt, mit dem Kunstlinsen eingesetzt werden.

Neue Linse in 40 Minuten

Dieser Tipp stellte sich als sehr wertvoll heraus. "Mit einer neuen Technik aus Japan ist es möglich, die Linse direkt am Auge zu fixieren", erklärt Bolz. Normalerweise werden künstliche Linsen im Kapselsack des Auges positioniert. "Dieser war bei Harald Draxler aber zu stark vernarbt."

In einer 40-minütigen Operation wurden die alten Vernarbungen entfernt und die neue Linse fixiert. "Man kann schon von viel Glück sprechen, dass dies nach einer so langen Zeit so gut gelungen ist", sagt Matthias Bolz. "Als Arzt hat man ja selbst die größte Freude, wenn so etwas glückt", sagt er und wendet sich wieder seinem Patienten zu, der fragt, wann er wieder mit seiner Frau tanzen gehen dürfe.

"Ein bisschen müssen Sie noch Ruhe geben", meint Bolz. "Aber schon bald können Sie wieder alles machen."

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Kommentare

„Ein sehr berührender und positiver Bericht! Alles Gute dem Patienten 👍👍👍“ Katzenkoerberl Ein sehr berührender und positiver Beric...
„An Doppelbilder gewöhnt man sich tatsächlich, das kann ich bestätigen. “ AlfredMerkur An Doppelbilder gewöhnt man sich tatsäch...
„Es gibt auch sehr schöne Nachrichten. Danke Herr Professor und Team für eure ausgezeichnete Arbeit.“ Bergbauer Es gibt auch sehr schöne Nachrichten. Da...

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