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"Ich dachte, es wäre für immer" Hilfe für Frauen nach der Trennung

Eine Trennung ist für einen der beiden Partner immer besonders schwer zu verkraften. Bild: colourbox.de

Hilfe für Frauen nach der Trennung

Neue Selbsthilfegruppe in Linz unterstützt Frauen während und nach der Scheidung, wieder neue Perspektiven für ihr Leben zu entwickeln.

Von Ulrike Griessl, 09. Februar 2019 - 00:04 Uhr

"Bei einer Scheidung leidet immer jener Partner besonders, der die Trennung nicht wollte", sagt die Linzer Mediatorin Klaudia Lux. Für ihn oder sie breche eine Welt zusammen, denn neben Gefühlen von Enttäuschung, Wut und Trauer bedeute eine Scheidung auch immer, Abschied zu nehmen von Träumen und Lebensplänen.

Lux betreut seit zehn Jahren Paare in dieser schwierigen Zeit und hat nun im Großraum Linz die erste Selbsthilfegruppe für Frauen gegründet, die in Scheidung leben. "Sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, hilft den Frauen sehr", sagt Lux. Die Gruppe biete einen geschützten Rahmen, in dem Betroffene leichter neue Perspektiven entwickeln könnten.

Lux empfiehlt Frauen im Fall einer anstehenden Trennung unbedingt, das Angebot der Selbsthilfegruppe so rasch wie möglich zu nutzen. "So gelingt es leichter, die vier Phasen, die eine ungewollte Scheidung stets auslöst, zu bewältigen und ein neues Leben zu beginnen", ist Lux überzeugt.

Vier Trennungsphasen

Schockphase: "Wenn der Partner eröffnet hat, dass er eine Trennung möchte, ist der oder die andere in der Regel geschockt", sagt Lux. Der erste Gedanke der Betroffenen sei oft: "Das darf doch nicht wahr sein, sie oder er will das sicher nicht wirklich durchziehen."

Gefühlschaos: In dieser Phase beginnt der oder die Verlassene zu realisieren, dass die Beziehung nicht mehr zu retten ist. Starke Wutgefühle kommen auf. "Diese sind extrem wichtig, weil sie den Abnabelungsprozess einleiten", erklärt die Mediatorin. Manche brauchen nun laut Lux eine berufliche Auszeit und müssen in Krankenstand gehen, andere stürzen sich in die Arbeit, um sich abzulenken. Oft würden Frauen in dieser Phase ihr Äußeres radikal verändern, sich die Haare umfärben oder kurz schneiden lassen.

Neuorientierung: Wenn die ersten beiden Phasen überstanden sind, ist es an der Zeit, nach Ressourcen zu suchen, um sein Leben und seine Gefühle wieder in den Griff zu bekommen. Nun ist zu klären, wie man künftig finanziell über die Runden kommt und wo man wohnen wird. "Wenn Kinder da sind, ist es hilfreich, sich verstärkt um diese zu kümmern, anstatt sich in Selbstmitleid zu ergehen", rät die Mediatorin. Gut tue es außerdem, Freunde zu aktivieren, mit denen man etwas unternehmen und sich amüsieren könne, oder die Selbsthilfegruppe für Frauen in Scheidung zu besuchen, um sich dort mit anderen Betroffenen auszutauschen. "Sich zu verkriechen, ist gar keine gute Idee", sagt Lux.

Neubeginn: Nun ist es überstanden, der Ex-Partner und die Beziehung gehören der Vergangenheit an. Man kann das Leben wieder mehr und mehr genießen und weiß, dass man auch allein gut zurechtkommt. Man fühlt sich stärker, weil man die Scheidung bewältigt und sein Leben wieder im Griff hat.

 

Zahlen & Fakten

Scheidungen: Laut Statistik Austria gab es 2017 44.981 Eheschließungen in Österreich und 16.180 Scheidungen. (Für 2018 gibt es noch keine Daten.) 88 Prozent der Scheidungen waren einvernehmlich.
Selbsthilfegruppe für Frauen: Das nächste Treffen im Frauengesundheitszentrum Linz, Kaplanhofstr. 1, findet am 14. März (18.30–20 Uhr) statt. Kosten: fünf Euro

 

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