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Atemlos in Steyr: Großer Zulauf beim Thema COPD

Wie lässt es sich mit COPD am besten leben? Auf dem Podium: Gerhard Dauwa (v. l.), Barbara Schagerl-Müllner, Josef Bolitschek, Natalie Gstöttenmayr und Moderatorin Claudia Riedler (OÖN) Bild: Alexander Schwarzl

Atemlos in Steyr: Großer Zulauf beim Thema COPD

Bei der OÖN-Gesundheitstour sprachen Experten über die Lungenkrankheit.

Von Dietlind Hebestreit, 06. April 2019 - 00:04 Uhr

Für 200 Besucher fächerten vier Experten bei der jüngsten OÖN-Gesundheitstour in Steyr am Donnerstag viele wissenswerte Aspekte zum Thema COPD auf. Die wichtigste Botschaft: Hören Sie auf zu rauchen!

"Ich bin fast schon ein militanter Nichtraucher", outete sich Karl Lehner. Der Atem bleibe dem Geschäftsführer der gespag Gesundheitsholding nur weg, wenn er beim Mountainbiken mehr auf die Uhr schaue, statt auf seine Ausdauer zu achten. Auch der ärztliche Leiter des LKH Steyr Michael Hubich raucht nicht, hat aber trotzdem Berührungspunkte zu der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung: "Meine Mutter ist bei uns mit COPD in Behandlung. Deshalb weiß ich aus eigener Erfahrung, dass wir eine hervorragende Lungenabteilung haben."

Hohe Raucherrate

Gerald Hauser (Uniqa) erklärte, dass sich seine Versicherung natürlich um betroffene Patienten kümmere, noch wichtiger sei es aber, möglichst gut vorzubeugen. "Rauchen wird oft bagatellisiert. Dabei haben 80 Prozent der von COPD betroffenen Patienten eine Raucherkarriere hinter sich", sagte Lungenprimar Josef Bolitschek. Frauen reagieren noch empfindlicher auf die Schadstoffe in der Zigarette als Männer, sie erkranken schwerer an COPD und zeigen einen schlechteren Verlauf. Auch Passivrauchen, die Arbeit am offenen Feuer oder mit Chemikalien und Dämpfen könne die bis heute unheilbare Krankheit bedingen. Genauso gibt es eine erbliche Komponente. Auch wenn es keine Heilung gebe, könnten Betroffene durch Eigeninitiative viel für ihre Lebensqualität tun, erklärte der Primar.

Der gewichtige Unterschied

Diätologin Natalie Gstöttenmayr erklärte, warum das richtige Gewicht für Betroffene so wichtig ist: Wer zu viel wiegt, hat zu wenig Platz für die Lunge im Brustraum. Wer zu wenige Kilos auf die Waage bringt und dann auch noch abnimmt, verliert zu viele Muskeln – auch für die Atmung. Um die Muskelkraft möglichst gut zu erhalten, müsse man auch auf genügend Zufuhr von Eiweiß achten. Mit einer einfachen Atemübung lockerte Sportwissenschafterin Barbara Schagerl-Müllner (Uniqa) das Programm auf. Ihr Part – die Bewegung – spielt für Betroffene eine Schlüsselrolle. Wie wichtig der Austausch mit anderen Patienten ist, erklärte Gerhard Dauwa, Leiter der Selbsthilfegruppe Lungenerkrankungen in Steyr. Diese lädt zu ihren Treffen jeden dritten Donnerstag im Monat um 18 Uhr ins LKH Steyr.

Unter den Besuchern waren nicht nur viele ältere Menschen. In den letzten Reihen lauschten auch 50 Pflegeschülerinnen interessiert den Ausführungen der Expertinnen und Experten.

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Kommentare

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