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Unzureichende Behandlung nach OP macht Schmerzen chronisch

Schmerzkarriere nach OP Bild: Wodicka

Unzureichende Behandlung nach OP macht Schmerzen chronisch

Für etwa 12.000 Patienten in Österreich pro Jahr beginnt mit chirurgischem Eingriff eine dauerhafte "Schmerzkarriere".

31. Januar 2018 - 00:04 Uhr

In Österreich werden jährlich rund 1,2 Millionen Operationen durchgeführt. Für etwa 12.000 Patienten beginnt damit eine dauerhafte und sehr belastende "Schmerzkarriere": Akute Beschwerden nach der Operation werden manchmal chronisch und bleiben so stark, dass sie die Betroffenen ein Leben lang massiv beeinträchtigen, warnte die Österreichische Schmerzgesellschaft (ÖSG). Diese Gesellschaft hat die Auswirkungen von chirurgischen Eingriffen untersucht. 1610 Patienten wurden nach Operationen nach dem Ausmaß ihrer Beschwerden befragt. Fazit: Am ersten Tag litten etwa 40 Prozent der Frauen und 30 Prozent der Männer unter starken oder sehr starken Schmerzen. Sie haben demnach ein erhöhtes Risiko, dass ihre Schmerzen chronisch werden.

Frauen leiden größere Schmerzen: Beim "stärksten Schmerz" liege der Mittelwert der 31- bis 40-Jährigen bei Frauen bei 5,53 Punkten auf der Schmerzskala, bei Männern bei 4,0. Auch in der Gruppe der 18- bis 20-Jährigen war der Unterschied mit 5,37 bei Frauen versus 4,21 bei Männern ausgeprägt. "Warum das so ist, müssen weitere Untersuchungen zeigen – aber offensichtlich müssen die Schmerzen von Frauen nach Operationen noch mehr beachtet und besser behandelt werden", sagte der frühere ÖSG-Präsident Wolfgang Jaksch.

Schnellere Genesung

Die Untersuchung ergab, dass es einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Schmerzversorgung und der Schmerzintensität gibt. Gab es Abteilungen mit einem 24-Stunden-Akutschmerzdienst, einem differenzierten Schmerzkonzept und intensiver Aufklärungskultur, hatten die Betroffenen deutlich weniger Schmerzen bei Belastung und signifikant geringere maximale Schmerzen. "Auch die Kosten für Medikamente und für Folgekosten wie Rehabilitationsmaßnahmen und Berufsunfähigkeit können gesenkt werden", sagte Jaksch. Bei optimaler Versorgung könnten auch Beeinträchtigungen beim Schlafen, beim Husten oder tiefen Atmen reduziert werden. Und die Patienten wären schneller wieder mobil.

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