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Schön-Färberei im Leben

Wer es gern bunt treibt, geht oft glücklicher durchs Leben. Bild: olourbox

Schön-Färberei im Leben

Linzer Psychologin: "Warme, frische und helle Farben heben die Stimmung."

Von Sabine Novak, 24. Juni 2015 - 00:04 Uhr

Wir sind von Farben umgeben, alles blüht und gedeiht jetzt im Garten. Dass das bunte Treiben schon lange ein wichtiges Element des Alltags darstellt, spiegelt der Volksmund wider, in Redewendungen wie "Rot wie die Liebe" oder "Durch die rosarote Brille betrachtet".

"Farben beeinflussen uns, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht. Sie wirken unmittelbar auf unsere Gefühle und sogar auf das Zeitempfinden. Bei Grün scheint die Zeit schneller zu vergehen", sagt die Psychologin Karin Gillesberger von der Linzer Landesnervenklinik Wagner-Jauregg. Sie erklärt, wie sich Farben gezielt nutzen lassen, ob an der Wand, bei der Kleidung oder als Lichtquelle.

Stimmungsmacher: Prinzipiell ist das unterschiedlich; wenn jemand rosa nicht mag, kann ihn eine noch so schöne Nuance nicht überzeugen. Im Allgemeinen gelten aber warme, frische und helle Farben als Stimmungsmacher, vor allem Rot bis Gelb in den einzelnen Abstufungen, da sie eine gemütliche Atmosphäre schaffen können. Auf viele Menschen wirken diese Farben belebend. Bei Ängsten und unglücklicher Stimmung wird gerne Sonnengelb eingesetzt.

Beruhigung: Sucht man Entspannung und Ruhe, so wählt man am Besten Blau, Grün, Erdtöne und Rosa. Letzteres wird immer häufiger in Haftanstalten eingesetzt, um aufgeregte oder aggressive Insassen durch so gestrichene Zellen zu beruhigen.

Kraftquelle: Viele Depressive wählen eher dunkle und unauffällige Töne, vermutlich, weil diese ihr inneres Befinden widerspiegeln. Manche tendieren aber auch zu stärkenden und stimmungsaufhellenden Farben wie Orange, welches als Kraftquelle in oder nach herausfordernden Zeiten wirken kann. Es steht für Lebensfreude.

Energieräuber: Schwarz hingegen kann großflächig oder häufiger eingesetzt, eher Trauer, Dunkles und Furcht ausdrücken oder verstärken.

Farbbotschaften: Die meisten kennen es – lacht draußen die Sonne, geht der Griff automatisch zu hellen und freundlichen Farben. Ist das Wetter allerdings grau, so werden oft gedämpfte Farben genommen, obwohl es gerade an diesen Tagen hilfreich wäre, sich selbst mit fröhlichen Farben auf einfache Weise etwas Gutes zu tun. Wer sich mit einer persönlichen Wohlfühlfarbe auf den Weg macht, hat sicher schon einen besseren Start. Zudem kann man bei Bedarf mit einer überlegten Farbwahl auch Botschaften unterstützen: Personen, die häufig "Mausgrau" oder gedeckte Farben tragen, werden anders wahrgenommen als jemand, der den Griff in den Farbtopf wagt. So wird rote Kleidung vielfach als selbstbewusst interpretiert.

 

Farben als Schlüsselreiz

Farben sinnvoll nutzen, kann jeder, indem er einen Schlüsselreiz – für seine Stimmung oder sein Bedürfnis setzt: sei es durch die Kleidung, Wandfarben, Vorhänge, Teppiche, Blumen, Bilder oder einen witzigen Farbtupfer auf dem Schreibtisch. Aktive Bereiche wie Büros sollten mit aktivierenden Farben akzentuiert werden, Schlafzimmer mit beruhigenden. Gerne verwendet werden auch farbwechselnde Lampen, mit denen man sich auf der Couch die Atmosphäre schaffen kann, die man sich jetzt gerade wünscht.

 

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