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Häufigste chronische Schmerzen: Rücken, Gelenke, Kopf, Nerven, Tumore. Bild: colourbox

Raus aus der Schmerzspirale

Jeder vierte Österreicher leidet täglich an Schmerzen. Thomas Hartl beschreibt im Buch „Geheilt vom Schmerz“, wie Betroffene durch verschiedene Therapien aus der Schmerzspirale herausgefunden haben. Fazit: Heilung setzt Veränderung voraus – nicht nur auf der körperlichen Ebene.

Von Von Christine Radmayr, 10. Februar 2010 - 00:04 Uhr

Zehn bis 15 Prozent akuter Schmerzen werden chronisch. Es dauert oft bis zu zweieinhalb Jahre, bis ein chronischer Schmerz als solcher diagnostiziert, und noch viel länger, bis er adäquat behandelt ist.

Anästhesistin Herlinde Lukesch von der Schmerzambulanz in der Landesnervenklinik sagt: „Zum Schmerzmanagement gehört neben optimaler Schmerztherapie – etwa gleich nach Operationen – auch das Lernen von Entspannungstechniken, Verhaltens- oder Körpertherapie. So lernt man, besser mit dem Schmerz umzugehen.“

„Ängste verstärken die Schmerzen. Jeder Mensch ist mit seinem Schmerz ernst zu nehmen und hat das Recht auf Linderung“, sagt Oberärztin Hertha Mayr, Leiterin des Zentrums für Psychosomatik in der Landesnervenklinik Klinik und des Departements für Psychotherapie in Enns.

Bei den Lebensgeschichten, die der Linzer Autor Thomas Hartl gesammelt hat, kristallisieren sich mehrere Kriterien zur Heilung heraus:

• Schmerzen tragen eine Botschaft. Was haben sie mit mir zu tun? Welchen Vorteil bringt mir der Schmerz? (zum Beispiel: mehr Aufmerksamkeit; Ruhe)

• Den Fokus nicht nur auf den Schmerz, sondern die gesunden Ressourcen im Leben richten. Was tut mir gut? Wo und mit wem fühle ich mich wohl? Welche Bedürfnisse habe ich zu lange zurückgesteckt? Welche Tätigkeiten bringen Linderung?

Eigenverantwortlichkeit fürs Wohlergehen übernehmen. Wo muss ich mich abgrenzen? Wo gibt es etwas zu verändern?

Jedem sein heilsamer Weg

Beispiele aus dem Buch „Geheilt vom Schmerz“: Christel Kammerer litt zig Jahre an unsäglichen Rückenschmerzen, die sie heute mithilfe der indischen Heilkunde des Ayurveda gut im Griff hat. „Meditation, Freude am Tanz und gesellschaftlichem Engagement sowie der täglichen Pflege von Körper und Seele verdanke ich viel“, sagt die Frau.

Coach Reinhard Hötzeneder erkannte, dass ihm sein Bandscheibenvorfall zeigte, dass er sich arbeitsmäßig und emotionell überlastet hatte. Seine Schmerzen blieben trotz Therapien bestehen, bis er eines Tages aus dem Bauch heraus entschied: „Vier Monate Auszeit. Kein Druck, keine Termine.“ Dieses Zurücknehmen und mehr Achtsamkeit für sich selbst ließen ihn gesunden.

Wer Ursache und Botschaft des Schmerzes erkannt hat, kann seinen ganz persönlichen Weg der Linderung mit Schulmedizin und/oder Energietherapie, Akupunktur, Ayurveda, Mesotherapie, Homöopathie, Psychotherapie, Hypnose etc. finden.

Je sensibler man für die Signale seines Körpers ist, desto besser kann man sich vor schädigenden Emotionen oder Situationen schützen.

Buchtipp: Thomas Hartl: „Geheilt vom Schmerz“. Ueberreuter, 207 Seiten, 19,95 Euro. Mehr zu Kontaktadressen von Schmerztherapien: www.geheiltvomschmerz.at

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