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Psychische Verletzungen, die andere Seite der Gewalt

Jedes zehnte Kind in Österreich leidet unter einer Form der Verwahrlosung – Mediziner klären auf.

Von (bar), 27. November 2014 - 00:04 Uhr

Es ist nicht nur die körperliche Gewalt, die psychische Folgen bei Kindern und Jugendlichen hinterlässt. Psychische Misshandlungen – Beschimpfungen, Entwertungen, Liebesentzug und Vernachlässigungen – sind oft nicht fassbar und werden erst im Zuge einer psychiatrischen oder psychologischen Behandlung erkennbar.

Es ist anzunehmen, dass es hier wesentlich mehr Opfer gibt als jene, die im Zuge von körperlichen Übergriffen angezeigt werden – und allein das sind in Österreich 11.500 Fälle pro Jahr.

Dauerhafte Schäden im Gehirn

"Eine dauerhafte psychische Gewaltanwendung, ob mutwillig zugefügt oder nicht, hinterlässt tiefe Wunden bei den Betroffenen, die oft schwer zu heilen sind. Psychische Misshandlung wie etwa fehlende Zuneigung kann beim Kind Veränderungen im Gehirn hervorrufen – und kann so zu lebenslangen Schädigungen führen", sagt Primar Klaus Schmitt, Ärztlicher Direktor der Landesfrauen- und Kinderklinik (LFKK) in Linz.

"Viele Kinder reagieren auf die dauerhaften Verletzungen der Seele mit Rückzug und Depression, andere wieder mit unverhältnismäßiger Aggressivität. Auch psychosomatische und kinderpsychiatrische Symptome wie Schlafstörungen oder zwanghaftes Verhalten deuten auf psychische Verletzungen hin", sagt Primar Michael Merl, Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie in der LFKK. Merl ist auch Leiter der österreichischen Kinderschutzgruppen, deren Treffen am 28. November in Linz stattfindet. Thema des Tages: Psychische Gewalt an Kindern. "Dies ist ein Aspekt, der in der öffentlichen Wahrnehmung wenig präsent ist. Dem wollen wir entgegenwirken." 

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