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Ozon-Therapie bei Rückenschmerzen

Primar Josef Macher erklärt seiner Patientin Nicole Nussbaumer die Behandlung. Bild: Weihbold

Ozon-Therapie bei Rückenschmerzen

Nicht jeder Bandscheibenvorfall muss gleich operiert werden. Oft helfen Übungen und Medikamente. Eine Möglichkeit ist die Therapie mit Ozon.

Von Dietlind Hebestreit, 23. März 2016 - 00:04 Uhr

Wie aus heiterem Himmel waren sie da: "Ich bin eines Tages in der Früh mit Rückenschmerzen aufgewacht. Und es wurde immer schlimmer. Ich konnte nicht mehr sitzen oder aufstehen und gehen. Der rechte Fuß war immer wieder taub", erinnert sich Nicole Nussbaumer. Die Diagnose: doppelter Bandscheibenvorfall. Trotz Infusionen wurden die Schmerzen immer schlimmer. Primar Josef Macher von der Klinik Diakonissen schlug ihr eine Ozontherapie vor, bei der der dreiwertige Sauerstoff direkt zu den betroffenen Bandscheiben gespritzt wird.

Gemischte Gefühle

Mit gemischten Gefühlen ging die Puchenauerin nach zehn Tagen seit Beginn der Schmerzen ins Krankenhaus: "Man hat so Bilder im Kopf, dass man nachher nicht mehr gehen kann. Ich hätte es aber keinen weiteren Tag daheim ausgehalten." Alles ging gut. Es dauerte zwar zwei Monate, bis die Therapie ihre volle Wirkung entfaltete, doch heute hat Nussbaumer keine Schmerzen mehr, "auch wenn ich immer noch fühle, dass da etwas ist". Deshalb macht sie auch weiterhin täglich Übungen und geht zur Physiotherapie. "Die Ozontherapie eignet sich für akute und chronische Bandscheibenvorfälle – besonders wenn die Behandlung mit Medikamenten, Physiotherapie, Wärme oder Akupunktur nicht anschlägt", sagt Primar Macher. Die Wirkung ist vielfältig:

  • Ozon wirkt durchblutungsfördernd und entzündungshemmend.
  • Bakterien werden abgetötet.
  • Es kommt zu einer Verminderung des Wassergehaltes des weichen Kerns der Bandscheibe. Damit nimmt das Bandscheibenvolumen ab, das auf den Nerv drückt (Druckentlastung).
  • Die Mikrozirkulation und die Sauerstoffzufuhr verbessern sich – die Verringerung der Sauerstoffzufuhr ist teilweise für den Schmerz verantwortlich, da die Bandscheiben empfindlich auf Sauerstoffmangel reagieren.
  • Das Ozon führt innerhalb von sechs Wochen zu einer langsamen Schrumpfung und Verfestigung des Bandscheibengewebes.

 

Bei der Ozontherapie wird mit Hilfe einer Bildgebung eine dünne Punktionsnadel in die betroffene Bandscheibe eingeführt. Anschließend wird Ozon injiziert, das dauert etwa 20 Minuten. Im Anschluss an die Intervention erfolgt eine individualisierte medikamentöse Behandlung und Therapie (zum Beispiel Cranio-Sacral-Therapie). Damit sich die Bandscheibe entsprechend erholen kann, ist anfänglich Schonung angesagt – erst in weiterer Folge ist eine moderate Betätigung empfehlenswert.

Langfristige Hilfe

"75 Prozent der Patienten kann mit dieser Behandlung langfristig geholfen werden", sagt Macher. Ob so eine Behandlung sinnvoll ist, kann aber nur der Experte entscheiden. "Die Stärke des Schmerzes ist kein Indikator für die Schwere der Erkrankung", sagt Macher. Denn im Bereich der Bandscheiben ist die Konzentration an Schmerzbotenstoffen um das 20.000-Fache erhöht.

 

Was man für einen gesunden Rücken tun kann:

  • Bewegung: Es genügt schon regelmäßiges flottes Gehen und täglich öfter aufzustehen.
  • Trinken: Unbedingt mehr als einen Liter pro Tag schaffen.
  • Entspannung: Druck und Stress erzeugen Anspannung, die zu Rückenschmerzen führen kann oder bestehende Bescherden verstärken.
  • Richtiges Heben und Tragen von Lasten kann den Rücken schonen.
  • Extremsport kann Rückenschmerzen bedingen.
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