Gesundheit

Menü
Facebook Twitter Google+ E-Mail
"Haus der Lüfte" für unheilbar Kranke wird Wirklichkeit

So soll das 35-Millionen-Euro-Projekt aussehen. Der Aufenthalt hier soll wie ein permanentes Inhalieren sein. Bild: Werk

"Haus der Lüfte" für unheilbar Kranke wird Wirklichkeit

Spatenstich soll 2020 erfolgen – Wiener Unternehmer als Finanzier

Von (bar), 04. Dezember 2018 - 00:04 Uhr

Vor eineinhalb Jahren präsentierte Chris Müller sein "Haus der Lüfte" einer breiten Öffentlichkeit. Der Direktor der Linzer Tabakfabrik und Vater einer Tochter mit der unheilbaren Lungenkrankheit Cystische Fibrose hat mit diesem Projekt kein Luftschloss gebaut. Bereits im ersten Halbjahr 2019 soll ein Grundstück erworben werden, auf dem jenes futuristisches Resort (siehe Bild oben) entstehen soll, in dem lungenkranke Menschen eine Linderung ihrer Leiden erfahren sollen.

Als Finanzier für das 35-Millionen-Euro-Projekt mit 120 Appartements konnte Chris Müller den Wiener Unternehmer Erwin Soravia gewinnen, der "aus diesem Prototyp eine internationale Marke formen will".

Heilende Meeresluft

In den vergangenen Monaten wurden mit einer speziellen Technologie der Linzer Firma Catalysts Orte aufgespürt, an denen es eine besonders hohe Dichte an gesundheitsfördernden Aerosolen (zum Beispiel Salzwasserpartikel) geben soll. "Ins Auge gefasst haben wir Küstenorte in Griechenland, Albanien, Italien und Kroatien", sagt Soravia. Er rechnet damit, dass im Jahr 2022 bereits die ersten Gäste im "Haus der Lüfte" Urlaub machen können. Dieses ganz spezielle Hotel wurde vom international renommierten Wiener Architekturbüro Coop Himmelb(l)au entworfen. Die gesunden Aerosole aus dem Meer sollen es durch eine ausgeklügelte Bauweise bis in jedes Zimmer des Hotels schaffen und aus den Räumen natürliche Inhalationsmaschinen machen.

Profitieren würden davon besonders Menschen mit Cystischer Fibrose und COPD. Während 400.000 Österreicher an der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung leiden und COPD so etwas wie eine Volkskrankheit ist, zählt die Cystische Fibrose zu den seltenen Krankheiten. In Österreich kommen jährlich rund 20 Kinder mit diesem Gendefekt zur Welt. Eines davon ist Marie, die Tochter von Chris Müller. "Als der Arzt uns kurz nach der Geburt unserer Tochter die Diagnose mitgeteilt hat – ich weiß noch, es war an einem 23. Dezember – habe ich zum ersten Mal in meinem Leben davon gehört", erzählt Müller. "Das musste ich erst einmal verkraften." Doch nach einiger Zeit wurde ihm klar, "dass ich nicht einfach in Schockstarre verharren kann wie das Kaninchen vor der Schlange, sondern etwas tun muss".

Video: "Stadt der Lüfte" wird Realität

Prominente Unterstützer

Und er hat gehandelt, Kontakte geknüpft und bald die Vision eines Hotels entwickelt, in dem es sich für Betroffene einfach leichter atmen lässt. "Ich habe Menschen getroffen, die dasselbe Schicksal haben, habe Charity-Veranstaltungen organisiert und Vorträge gehalten." Mittlerweile gibt es ein prominentes Komitee, das die Idee unterstützt. Mit dabei sind Karikaturist Gerhard Haderer, Schauspieler Adi Hirschal und der Linzer Primar Bernd Lamprecht, Vorstand der Klinik für Lungenheilkunde am Kepler Universitätsklinikum.

"Bis vor kurzem lag die Lebenserwartung bei Cystischer Fibrose bei rund 20 Jahren. Durch die verbesserten Therapiemethoden und Behandlungsmethoden liegt sie jetzt bei rund 40 Jahren", sagt der Mediziner. "Da es mittlerweile auch viele erwachsene Betroffene gibt, wird es künftig notwendig sein, die Betreuung für die älteren Patienten auch bei uns auszubauen", sagt Bernd Lamprecht. 

»zurück zu Gesundheit«

Kommentare

Zu diesem Artikel sind noch keine Beiträge vorhanden.
Was sagen Sie zum Thema? Jetzt kommentieren

Haben Sie bereits einen Benutzernamen? Dann melden Sie sich bitte hier an.
Um sich registrieren zu können müssen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort, Ihre E-Mail-Adresse und Ihre Handynummer mitteilen.
Gewünschter Benutzername
Gewünschtes Passwort
Wiederholung Passwort
E-Mail
Anrede
  Frau    Herr 
Vorname
Nachname
OÖNcard / Kundennummer (optional)
Handynummer
/

Sicherheitsfrage
Wie viel ist 8 + 2?