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Ernährungsmythen auf dem Prüfstand

Wie – und ob – sich bestimmte Lebensmittel auf die Gesundheit auswirken, beantwortet ein neues Buch des Vereins für Konsumentenschutz. Bild: colourbox.de

Ernährungsmythen auf dem Prüfstand

Macht Schokolade glücklich? Und Weizen dick und krank? Rund ums Essen ranken sich zahllose Mythen. Wissenschafter des Vereins für Konsumenteninformation haben in einem neuen Buch nun viele davon hinterfragt.

16. November 2016 - 00:04 Uhr

Halbwahrheiten und Gerüchte spielen bei kaum einem Gesundheitsthema eine größere Rolle, als bei der Ernährung. Was daran tatsächlich stimmt, ist oft nur schwer zu überprüfen. Fundierte Antworten liefert ein neues Buch von Wissenschaftern von Medizintransparent.at der Donau-Universität Krems in Zusammenarbeit mit dem Verein für Konsumenteninformation (VKI).

Darin stehen sowohl Ernährungstrends als auch alte Mythen auf dem Prüfstand. "Wer nach dem Kirschenessen Wasser trinkt, bekommt Bauchweh" – für diese Behauptung ließ sich den Autoren zufolge aus wissenschaftlicher Sicht kein Beweis finden. Einige Ernährungstipps haben dem Faktencheck standgehalten: Das Glas Rotwein könne demzufolge vielleicht wirklich vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen, und Schokolade hebe – zumindest kurzfristig – die Laune, heißt es. Im Folgenden haben wir weitere Fragen zum Thema – und die Antworten der Experten aufgelistet.

 

Fördern "grüne Smoothies" die Gesundheit?

Grüne Smoothies sollen, so wird behauptet, durch ihren hohen Vitamingehalt sowie den enthaltenen grünen Pflanzenstoff Chlorophyll eine besondere gesundheitsfördernde Wirkung haben. Es gebe allerdings keine Studien, die dies belegen würden, so die Experten vom VKI. "Selbst wenn die Smoothies einen hohen Vitamingehalt haben, lässt sich daraus noch keine gesundheitsfördernde Wirkung ableiten. Die meisten Menschen in Österreich nehmen bereits über die normale Ernährung genügend Vitamine und Mineralstoffe zu sich." Beweislage: nicht erforscht

Erhöhen Vollkornprodukte die Lebenserwartung?

Menschen, die statt Lebensmitteln aus raffiniertem Mehl Vollkornprodukte verzehren, leben wahrscheinlich länger und haben vermutlich ein geringeres Risiko, an Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. In einer Studie waren nach 14 Jahren in der Gruppe der Vollkornverweigerer 24 von 100 Teilnehmern verstorben, gegenüber 20 von 100 aus der Gruppe der Vollkornliebhaber. Auch die Stoffwechselerkrankung Diabetes tritt bei jenen, die Vollkorn den Vorzug geben, deutlich seltener auf. Beweislage: mittel

Ist Bauchfett wirklich so gefährlich?

Möglicherweise ja. Die aktuelle Studienlage deutet darauf hin, dass Fettdepots am Bauch die Lebenserwartung senken. Möglicherweise sind auch Personen gefährdet, die trotz erhöhtem Bauchumfang noch nicht übergewichtig sind. Dem Bauchfett die alleinige "Schuld" an einer niedrigeren Lebenserwartung zu geben, würde allerdings zu kurz greifen. Beweislage: niedrig

Kann der regelmäßige Verzehr von Schokolade Herz-Kreislauf-Krankheiten vorbeugen?

Eine Analyse von Langzeitstudien, in denen der Zusammenhang zwischen Schokoladekonsum und Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersucht wurde, deutet tatsächlich darauf hin, dass sich die Risiken für derartige Erkrankungen reduzieren. In einem Zeitraum von acht bis 16 Jahren sank bei regelmäßigem Schokoladekonsum die Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder eine damit verwandte Erkrankung zu entwickeln, um etwa ein Drittel. Allerdings bieten die Studienergebnisse noch keinen sicheren Beweis, dass der Schokoladegenuss für diese Risikoverminderung verantwortlich war. Beweislage: niedrig

Verursacht der Genuss von Milchprodukten eine Verschleimung und Erkrankungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich?

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) rät dazu, auf Milch und Milchprodukte zu verzichten. Besonders bei Erkrankungen der Atemwege wie Bronchitis oder chronischem Schnupfen sei häufig Milch im Spiel, weshalb eine Verringerung der konsumierten Menge beziehungsweise der Verzicht auf Kuhmilch hilfreich für die Genesung sei. Wissenschaftliche Belege dazu gibt es allerdings nicht. Beweislage: nicht erforscht

Können Knoblauchpräparate zu hohen Blutdruck senken?

Es gibt Studien, die eine Wirkung von Knoblauch gegen Bluthochdruck vermuten lassen. Doch diese Arbeiten weisen große Mängel auf und sind daher für eine Bewertung nicht ausreichend. Ob Knoblauchextrakt hohen Blutdruck und damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken kann, ist unklar. Beweislage: unzureichend

Buchtipp: "100 Ernährungs-Mythen" vom Verein für Konsumenteninformation ist zum Preis von 19,90 Euro im Buchhandel erhältlich. Es kann zudem unter 01/588 774 bzw. auf www.konsument.at bestellt werden.

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