Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Dienstag, 23. April 2019, 20:24 Uhr

Linz: 14°C Ort wählen »
 
Dienstag, 23. April 2019, 20:24 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Chronik

Großbrand in Notre-Dame: Warum der Einsatz so heikel ist

PARIS/WIEN. Der Sprecher der Wiener Berufsfeuerwehr, Christian Feiler, erklärt, vor welchen Herausforderungen die Einsatzkräfte in Paris stehen.

Die Feuerwehrleute löschen von Drehleitern aus Bild: (REUTERS)

>>> Turm und Dach stürzten ein: Aktuelle Informationen über das verheerende Feuer in Notre-Dame lesen Sie hier

Er sprach von einem "sehr heiklen Einsatz". Problematisch sei vor allem die Aufbringung von kaltem Wasser auf stark erhitzten Natur- oder Sandstein. "Die Schwierigkeiten bei der Brandbekämpfung sind für einen Laien kaum vorstellbar: Im Dachstuhl solcher Kirchen befinden sich Unmengen von altem, historischem Holz." Dieses brenne sehr gut. Noch dazu gebe es keine Brandabsaugung. Das bedeute eine enorme Hitzeentwicklung.

Video: Das touristische Herz von Paris stand quasi in Vollbrand

Das Aufbringen von kaltem Wasser auf den sehr stark erhitzten Sand- oder Naturstein wäre fatal, weil es das Gemäuer zum Springen und im Extremfall zumindest schwere Schäden, wenn nicht den Kollaps des Gebäudes auslösen könnte.

"Das bedeutet, ich muss sehr treffsicher löschen", sagte Feiler. Allerdings wisse man oft nicht genau, wo zu löschen ist. Es würde wohl Sinn machen, dass man Teilbereiche des Gebäudes aufgebe und andere zu halten versuche.

Hubschrauber-Einsatz nicht sinnvoll

Ein Einsatz von Löschflugzeugen oder Hubschraubern wäre nicht sinnvoll: "Das Dach ist so konstruiert, dass Regenwasser abgehalten wird." Erst wenn das Dach geöffnet wäre, könnte man darüber überhaupt nachdenken.

Gäbe es im Wiener Stephansdom ein ähnliches Feuer, würde wohl die höchste Alarmstufe ausgelöst - 7 oder 8, jedenfalls deutlich höher als beim Brand des Donauzentrums Anfang März, als Alarmstufe 4 ausgelöst wurde. "Aber nicht sofort: Man würde die Unterstützung von Freiwilligen Feuerwehren heranziehen, damit diese die Wachen besetzen, falls es weitere Ereignisse gebe. Die Wiener Berufsfeuerwehr könnte sich damit auf die Brandbekämpfung im Dom konzentrieren. Man müsste sicherstellen, dass es Ablösungen gibt. Es würde nichts bringen, wenn man 400 Einsatzkräfte auf einmal heranzieht und die einander im Weg stehen."

Ein weiteres Problem sind die Brandschutzmaßnahmen in solchen historischen Gebäuden. "Für den Stephansdom gibt es sehr alte Bestandspläne, aber keine klassischen Brandschutzpläne", betonte Feiler.

Kommentare anzeigen »
Artikel nachrichten.at/apa 15. April 2019 - 23:39 Uhr
Mehr Chronik

Mit sieben Opfern deutlich mehr Verkehrstote zu Ostern

WIEN. Die vorläufige Verkehrsunfallbilanz des Innenministeriums für das diesjährige Osterwochenende fällt ...

Alpinisten Lama und Auer starben bei Abstieg

MONTREAL. Die Leichen der drei bei einem Lawinenunglück im Westen Kanadas ums Leben gekommenen ...

Das sind die beliebtesten Urlaubsziele der Österreicher

Jeder vierte Österreicher fährt im Sommer nicht auf Urlaub.

Fünf Menschen aus brennendem Haus gerettet

BIBERBACH. In Biberbach (Bezirk Amstetten) sind am Dienstag in den frühen Morgenstunden fünf Menschen, ...

Motorradfahrer von Pkw überrollt - tot

PRUTZ. Ein 24-jähriger Deutscher ist am Montag bei einem Motorradunfall auf der Reschenstraße in Prutz ...
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS