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Zwei Österreicher unter Todesopfern am Moskauer Flughafen

MOSKAU/WIEN. Die Identifizierung der 35 Opfer des Selbstmordanschlags am Moskauer Flughafen Domodedowo ist bis auf eine Person abgeschlossen. Unter den Opfern befinden sich auch zwei Österreicher.

Zweites österreichisches Terror-Opfer?

Mit Blumen gedenken viele Moskauer der Opfer des Anschlages am Flughafen Domodedowo nahe der russischen Hauptstadt. Bild: Reuters

Insgesamt kamen bei dem Anschlag 35 Menschen ums Leben, darunter acht Ausländer. 180 Menschen wurden verletzt, 30 schweben nach wie vor in Lebensgefahr. Laut einer im Internet einzusehenden Liste des russischen Katastrophenschutzministeriums wurden zwei Österreicher bei dem Anschlag getötet. In Moskau wurde dem Anschlag mit einem „Tag der Trauer“ gedacht.

Demnach handelt es sich bei dem getöteten Wiener um Nikolai Ivanov, einen österreichisch-bulgarischen Doppelstaatsbürger. Der 42-Jährige war bei dem Büromöbelhersteller bene mit Sitz in Wien beschäftigt und leitete den russischen Standort des Unternehmens. Der Mann hinterlässt eine Frau und einen zweijährigen Sohn in Wien. Eine erwachsene Tochter besucht eine Schule in Linz. Die Firma wurde gestern Nachmittag offiziell über den Tod ihres Mitarbeiters informiert.

Verstärkte Kontrollen

In einer Aussendung des Außenministeriums am Dienstagabend wurde auch der Tod einer zweiten Österreicherin, die bisher als vermisst gegolten hat, „mit größter Wahrscheinlichkeit“ angenommen.

Bis gestern waren sechs Tote noch nicht identifiziert. „Deshalb sind weitere österreichische Opfer nicht völlig auszuschließen“, sagte ein Sprecher des Außenamtes. Allerdings habe es seither keine Hinweise auf von dem Anschlag betroffene Landsleute mehr gegeben. Mitarbeiter der österreichischen Botschaft unterstützen die russische Exekutive bei der Identifizierung.
International gilt für Flüge von und nach Russland höchste Alarmstufe. Auch in Wien-Schwechat wurden Sicherheitsmaßnahmen verstärkt.

Unterdessen traf am Dienstag ein Beamter der New Yorker Polizei in Moskau ein, um Informationen über das Bombenattentat zu sammeln. Er sei an einem Programm beteiligt, in dessen Rahmen New Yorker Polizisten versuchen, aus Anschlägen in aller Welt Lehren zur Prävention solcher Attentate in New York zu ziehen, teilte die New Yorker Polizeibehörde mit.

Die folgenschwersten Terroranschläge in Russland seit 2002

In Russland sind in den vergangenen Jahren immer wieder Menschen bei Terroranschlägen getötet worden. Eine Auswahl der folgenschwersten Attentate:

• 23. Oktober 2002: 41 Tschetschenen überfallen ein Moskauer Musicaltheater und nehmen mehr als 800 Geiseln. Nach drei Tagen stürmt die Polizei das Gebäude. 129 Geiseln sowie alle Terroristen sterben.

• 24. August 2004: Sprengsätze bringen nahezu gleichzeitig zwei russische Verkehrsflugzeuge im Westen Russlands zum Absturz. 90 Menschen sterben.

• 1. September 2004: 32 Bewaffnete überfallen eine Schule in Beslan (Nordossetien) und nehmen mehr als 1100 Kinder, Eltern und Lehrer als Geiseln. 331 Opfer und 31 Terroristen sterben.

• 13. Oktober 2005: Islamistische Rebellen überfallen die südrussische Stadt Naltschik. In nachfolgenden Gefechten sterben mindestens 137 Menschen, davon 92 Rebellen, 33 Sicherheitsleute und zwölf Zivilisten.

• 17. August 2009: Ein Selbstmordattentäter sprengt sich in der Stadt Nasran in der Teilrepublik Inguschetien mit 200 Kilo Sprengstoff in seinem Kleintransporter in die Luft. 25 Menschen sterben, mehr als 200 werden verletzt.

• 29. März 2010: Selbstmordattentäterinnen aus dem Nordkaukasus verüben im morgendlichen Berufsverkehr Anschläge auf zwei Moskauer U-Bahn-Stationen, 40 Menschen werden getötet.

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Artikel Von Gerhard Lukesch und Robert Stammler 26. Januar 2011 - 13:04 Uhr
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