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Wölfe: Niederösterreich ändert das Jagdgesetz

SANKT PÖLTEN/LINZ. Bei Gefahr für Menschen soll der Abschuss von Wölfen künftig rascher erlaubt werden.

Wölfe: Niederösterreich ändert das Jagdgesetz

Zahl der Wölfe in Österreich steigt Bild: dpa/Armin Weigel

Der niederösterreichische Landtag wird kommende Woche zum Thema Wolf eine Änderung des Jagdgesetzes beschließen. LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (VP) sprach am Donnerstag von einer Präzisierung zum Schutz der Bevölkerung. Die Maßnahmen reichen von Vergrämung bis zum Abschuss "als letztes Mittel".

"Wenn eine Gefahr für Menschen besteht, wird in Zukunft eine rasche Entnahme möglich sein", sagte Pernkopf vor Journalisten. Zuletzt waren –  die OÖNachrichten berichteten  – im Waldviertel Schafe in umzäunten Weiden gerissen worden, es herrsche deswegen "massive Unsicherheit" vor Ort, sagte Pernkopf.

Die Bescheide zur Vergrämung – mit Schreckschüssen oder gezielten Schüssen mit Gummigeschoßen – bzw. zum Abschuss von "Problemwölfen" sollen nach einer Beurteilung durch Experten die Bezirkshauptmannschaften ausstellen, hieß es. Neu formuliert wird dabei der Paragraf 100a des Landes-Jagdgesetzes. In diesem war schon bisher ein Abschuss "als letztes Mittel" verankert. Kritik an Pernkopf kam von den Grünen.

Debatte über Herdenschutz in OÖ

Auch in Oberösterreich gerieten sich ÖVP und Grüne gestern in Wolfsfragen in die Haare. Grünen-Klubobmann Gottfried Hirz hatte im zuständigen Landtagsausschuss eine finanzielle Unterstützung beim Herdenschutz beantragt. Die ÖVP lehnte das ab.

Hirz gab sich verärgert. "Das ist völlig unverständlich und kurzsichtig. Die ÖVP strebt offensichtlich wolfsfreie Zonen an und gibt sich der Illusion hin, den Wolf dauerhaft aus Oberösterreich vertreiben zu können. Aber der Wolf ist hier, wir haben die richtigen Vorkehrungen zu treffen", sagte Hirz. Der Herdenschutz sei die effektivste Präventivmaßnahme. "Wenn es dem Wolf so schwer wie möglich gemacht wird, Herdentiere zu reißen, wendet er sich Wildtieren zu."

"Kurzfristige Überlegungen zur Förderung von isolierten Herdenschutzmaßnahmen" seien nicht zielführend, entgegnete der zuständige Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger (VP). Um eine "bundesweite Koordinierung aller Wolfsfragen" werde sich ab Jänner 2019 das "Österreichzentrum für Wolf, Luchs und Bär" in Raumberg- Gumpenstein (Stmk.) kümmern. Grundsätzlich stehe die "Sicherheit der Menschen an erster Stelle".

Eine Änderung des Jagdgesetzes wie in Niederösterreich hält Hiegelsberger nicht für notwendig. "Das haben wir mit unserem Zweistufen-Plan bereits geschaffen."

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Artikel 14. September 2018 - 00:04 Uhr
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