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Sex am Junggesellinnen-Abschied: Prozess um angebliche Vergewaltigung

WIEN. Mit einer angeblichen Vergewaltigung auf einem Junggesellinnen-Abschied hat sich am Donnerstag das Wiener Landesgericht für Strafsachen beschäftigt.

Justizia

(Symbolbild) Bild: Wodicka

Ein junger Berufssoldat soll am 14. Juli 2018 auf einer Damentoilette im Prater über eine 28-Jährige hergefallen sein. Der 21-Jährige verantwortete sich vor einem Schöffensenat (Vorsitz: Olivia-Nina Frigo) mit einvernehmlichem Sex.

"Ich habe von Anfang an festgestellt, es war alles freiwillig und einvernehmlich. Ich habe dieser Dame nichts angetan", versicherte der 21-Jährige. Die Verhandlung wurde zur ergänzenden Beweisaufnahme auf kommenden Mittwoch vertagt.

Fest steht, dass die 28-Jährige mit mehreren Freundinnen aus Süddeutschland nach Wien gereist war, um noch einmal ordentlich zu feiern, bevor eine vor ihnen vor den Traualtar trat. Der 21-Jährige war wiederum mit seinen Eltern und anderen älteren Verwandten unterwegs. In einem Lokal lernte er zufällig die 28-Jährige kennen, als diese von Tisch zu Tisch ging und kleine Schnapsflaschen zum Kauf anbot.

Der Darstellung des Angeklagten zufolge soll die Frau ihn wiederholt gebeten haben, sich der "Damenrunde" anzuschließen. Als er ablehnte, sei er gefragt worden, "ob ich als Security mitkomme, weil die Mädels sich in Wien nicht auskennen", berichtete der 21-Jährige dem Gericht. Auch darauf habe er sich nicht eingelassen.

Als er nach einiger Zeit Richtung U-Bahn aufbrach, lief er der fröhlichen Runde über den Weg, die sich vor einem anderen Lokal versammelt hatte. Die 28-Jährige hätte ihn umgehend angesprochen: "Sie hat gesagt, sie würde alles dafür tun, dass ich mitkomme. Da sind wir uns schon näher gekommen. Dann war das Thema, wir werden intim." Man habe sich gemeinsam ins Innere des Lokals und zielgerichtet auf das WC begeben: "Es war definitiv bekannt, dass wir intim werden wollen und dass wir Spaß haben können."

Detailliert schilderte der Angeklagte, was sich in einer Kabine auf der Damentoilette abspielte. "Die Tür war nie versperrt", betonte er. 30 oder 40 Minuten hätte er sich dort aufgehalten, wobei es "wilder" geworden sei. Die Frau habe ihn am Hals gepackt und gekratzt, er habe ihr in die Brust gebissen. Sie habe ihm zu keinem Zeitpunkt zu verstehen gegeben, dass sie mit all dem nicht einverstanden gewesen wäre. Plötzlich sei die Tür aufgeflogen und die Schwester und eine Freundin der 28-Jährigen wären vor ihm gestanden, die sich offenbar auf die Suche nach ihr begeben hatten. Er habe sogleich von dritter Seite eine Ohrfeige kassiert und sei beschimpft worden: "Da habe ich meine Sachen genommen und habe diesen Raum verlassen."

Vor der zeugenschaftlichen Befragung der 28-Jährigen wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Die Freundin, die den Angeklagten geohrfeigt hatte, erzählte im Anschluss, die 28-Jährige habe "Tränen in den Augen gehabt", ihre Schminke sei "verwischt" gewesen. Der Mann sei "sehr aggressiv" gewesen.

Für den 21-Jährigen steht sehr viel auf dem Spiel. Sollte er im Sinn der Anklage schuldig erkannt werden, muss er neben einer allfälligen unbedingten Freiheitsstrafe auch mit beruflichen Konsequenzen rechnen.

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Artikel nachrichten.at/apa 08. November 2018 - 12:53 Uhr
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