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Nach 40 Jahren ist der VHS-Rekorder Geschichte

WIEN/TOKIO. Er wirkt wie ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten. Schon spätestens am Anfang des neuen Jahrtausends ist der klassische Videorekorder von neuen, digitalen Aufnahmegeräten überholt worden.

Nach 40 Jahren ist der VHS-Rekorder Geschichte

Dieses Gerät mit dem klingenden Namen JVC HD-3300U war der erste VHS-Videorekorder, der auf den Markt kam. Bild: (Groink)

Der Siegeszug der DVD hat die veraltete Analogtechnik verdrängt – und diese ist selbst schon wieder im Rückzug begriffen.

Hergestellt wurden die Technik-Dinosaurier bisher aber noch immer. 750.000 Stück hat der japanische Hersteller Funai Electric im vergangenen Jahr noch produziert, doch damit soll jetzt Schluss sein. Funai hat mitgeteilt, die Produktion einzustellen. Die Japaner, die in China fertigen ließen, waren nach dem Rückzug von Panasonic im Jahr 2012 das letzte Unternehmen, das klassische Videorekorder produzierte.

Der "Video-Krieg"

Das Aus für den Videorekorder beendet eine Ära, die vor gut 40 Jahren mit einem Wettstreit der Formate begonnen hatte, der oft auch martialisch als "Video-Krieg" bezeichnet wurde.

Anfang der 1970er-Jahre starteten die Firmen Grundig und Philips mit Aufnahmegeräten für den Heimanwender. Die beiden Pioniere schafften es allerdings nicht, ihren VCR-Standard durchzusetzen. 1976 sollte die japanische Firma JVC jenen Standard auf den Markt bringen, der später vorherrschend wurde: VHS. Die beiden Systeme waren nicht miteinander kompatibel, VHS war VCR allerdings zu Beginn schon mit einer längeren Abspieldauer der Kassetten überlegen.

Im Jahr 1978 kam ein weiterer Konkurrent auf den europäischen Markt: Sony mit seinem Betamax-System. Philips und Grundig experimentierten mit weiteren Varianten, die allerdings untereinander nicht kompatibel waren, was zu einer Verunsicherung der Konsumenten führte. Ab 1979 boten die Firmen dann mit Video 2000 wieder ein neues System an, das technisch überlegen war. Dieses kämpfte allerdings mit Kinderkrankheiten, war unzuverlässig und konnte den Vormarsch des japanischen VHS-Systems nicht stoppen. 1985 stellte Grundig die Weiterentwicklung endgültig ein und produzierte fortan nur noch VHS-Rekorder. Weil auch Sonys Betamax fast überall ein Ladenhüter blieb, war der "Video-Krieg" zugunsten von VHS entschieden, 1986 lag der Marktanteil jenseits der 90 Prozent.

Ab etwa dem Jahr 2000 wurde die VHS-Kassette schrittweise von der DVD abgelöst, 2003 wurden erstmals mehr DVDs als Videokassetten verkauft, und ab 2005 verschwand die Kassette praktisch in der Bedeutungslosigkeit. Der letzte Hollywood-Film auf VHS erschien 2006: "A History of Violence". Zwei Jahre später kündigte VHS-Erfinder JVC die Einstellung der Produktion an, und nur wenige Monate später verkündete auch der letzte große Kassettenhersteller das Produktionsende. 

 

Was wurde aus...

Schallplatte:

Ab 1900 war die Schallplatte, erst als Schellack-, dann als Vinyl-Platte, über 80 Jahre lang die vorherrschende Technik für die Musikwiedergabe. Ende der 1980er-Jahre wurde sie von der CD verdrängt. Derzeit erlebt die Vinyl-Platte ein zartes Comeback, seit ein paar Jahren steigen die Verkaufszahlen.

Musikkassette:

Die Lieblingsmusik aus dem Radio aufzunehmen, ermöglichte der Musikkassette ihren Siegeszug. Das erste Autoradio von Philips und ab 1979 der Walkman von Sony beschleunigten diesen weiter. Von der Digitaltechnik wurde die Kassette Ende der 90er-Jahre abgelöst. Leerkassetten zu bekommen, könnte bald schwierig werden – es gibt nur noch einen größeren Hersteller.

CD:

1982 eingeführt, erreichte der Absatz Ende der 1990er-Jahre seinen Höhepunkt. Seither ist die CD zwar immer noch das wichtigste Medium im Musikmarkt, doch gehen die Verkaufszahlen zugunsten von Downloads und Streaming stetig nach unten.

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Artikel (stef) 23. Juli 2016 - 00:04 Uhr
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