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Missbrauch in Stift Admont: Abt entschuldigt sich

ADMONT. Nach dem Bekanntwerden mutmaßlicher sexueller Übergriffe durch einen mittlerweile verstorbenen Pfarrer in der Diözese Graz-Seckau, spricht der Abt des Stiftes Admont: „Wir wollen klarstellen, dass jede Form von Kindesmissbrauch absolut zu verwerfen ist.“

Nach Missbrauch in Stift Admont entschuldigt sich der Abt öffentlich

Abt Bruno Hubl: „Da einer unserer Mitbrüder schuldig geworden ist, trifft das jeden aus unserem Konvent sehr schwer.“ Bild: rubra

Das Telefon der Ombudsstelle in Admont klingelt. „Viele Journalisten wie Sie rufen an. Am Mittwoch haben sich aber zwei weitere Opfer gemeldet. Sie zeigten Übergriffe in einem Mädchengymnasium an, außerdem wird ein Kaplan beschuldigt“, sagt Birgit Posch, Leiterin der Ombudsstelle in Admont. Alle Fälle stammen aus den 1960er- und 1970er-Jahren.

Der erste bekannt gewordene Fall, der den bereits verstorbenen Pfarrer Pater Berthold S. aus dem Stift Admont betrifft, wurde über ein heute 46 Jahre altes Missbrauchsopfer in der „Kleinen Zeitung“ aufgerollt. Nach Angaben des Mannes sei es auf einem Jugendlager auf der Alm zu den Übergriffen gekommen, ihm seien mindestens zehn weitere Opfer bekannt. Weil er von den anderen, wie auch von den eigenen Eltern keine Unterstützung fand, habe er geschwiegen.

Die Diözese Graz-Seckau bestätigte, dass der Fall aus den 1970er-Jahren bekannt gewesen sei. Sowohl der heutige Abt von Admont, Bruno Hubl, als auch Diözesanbischof Egon Kapellari wussten von dem Fall. Allerdings sei seitens des einen bekannten Opfers nie eine Schmerzensgeld-, wohl aber eine Schweigegeldforderung gestellt worden.

Aussendung des Abtes

„Mit tiefer Betroffenheit wende ich mich an die Öffentlichkeit“, schreibt Abt Hubl in einer Aussendung. „Es ist unserer ganzen Gemeinschaft ein Anliegen klarzustellen, dass jede Form von Kindesmissbrauch absolut zu verwerfen ist und ein äußerst schweres Unrecht gegenüber Minderjährigen darstellt“, schreibt Hubl, der auch mitteilte, dass die Diözese Graz-Seckau eine Hotline zu dem Fall eingerichtet hat.

Hubl sagte, der ehemalige Pfarrer von St. Gallen (Bezirk Liezen), „ein nun schon verstorbenes Mitglied unserer Gemeinschaft, hat sexuellen Missbrauch an Kindern verübt“. Jedes Opfer habe oft ein Leben lang daran schwer zu tragen. Dies gelte erst recht, wenn ein solch gravierendes Fehlverhalten durch einen Priester oder Ordensmann geschehe. „Da einer unserer Mitbrüder schuldig geworden ist, trifft das einen jeden aus unserem Konvent sehr schwer.

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Artikel 26. Februar 2010 - 00:04 Uhr
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