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Fall Kampusch: Kein Beweis für einen zweiten Entführer

WIEN. War Wolfgang Priklopil ein Einzeltäter? Ja, sagen die Spezialisten des deutschen BKA, der US-Bundespolizei FBI und heimische Ermittler nach neunmonatiger Aufarbeitung des Entführungsfalles Natascha Kampusch.

Fall Kampusch: Kein Beweis für einen zweiten Entführer

Natascha Kampusch wurde mit zehn Jahren entführt. Bild: Reuters

Es ist 15 Jahre her, dass die damals Zehnjährige am Weg zur Schule entführt wurde. Im Sommer 1998 gelang Natascha Kampusch die Flucht vor ihrem Peiniger. Seither gab es immer wieder Spekulationen über den Kriminalfall, wie die Mehrtäter-Theorie, die in der Vergangenheit von honorigen Personen wie dem ehemaligen Präsidenten des Verfassungsgerichtshof, Ludwig Adamovich, vermutet wurde. Diese basiert auf die Aussage von Ischtar A., die die Entführung beobachtet hatte und dabei zwei Personen gesehen haben will. Die Evaluierungskommission sieht aber in dieser Aussage Widersprüche, wie der „Kurier“ berichtet. Denn bei späteren Aussagen war sie sich nicht mehr sicher, ob es zwei Täter waren.

Darüber hinaus ist untersucht worden, warum Kampusch auf die Frage einer Polizistin nach weiteren Tätern geantwortet hatte: „Ich kenne keine Namen.“ Das werde in dem Bericht so erklärt, dass Priklopil durch Scheintelefonate seinem Entführungsopfer vorgaukeln wollte, dass vor dem Verlies noch Komplizen lauern würden. Außerdem sind weder im Tatfahrzeug noch im Entführerhaus in Strasshof DNA-Spuren gesichert worden, die Hinweise auf einen weiteren Täter geben würden.

Keinen Zweifel gibt es für die Spezialisten daran, dass Priklopil Selbstmord begangen hat und nicht etwa ermordet wurde. Auch auf einen im Hintergrund agierenden Kinderpornoring oder etwaige Verbindungen in die Sado-Maso-Szene konnten die Ermittler laut dem Zeitungsbericht nicht herstellen.

Bester Freund überprüft

Der einst beste Freund von Priklopil, Ernst H., der im Zuge der Ermittlungen immer wieder ins Visier der Beamten geraten ist, dürfte dafür einmal mehr mit den Behörden zu tun bekommen. Zwar wird ihm keine Beteiligung an der Tat vorgeworfen, dafür habe man Hinweise auf möglichen Betrug und Steuerhinterziehung gefunden. Offiziell werden die Ergebnisse am heutigen Montag präsentiert. Zuvor muss der Bericht den Abgeordneten des parlamentarischen U-Ausschusses übergeben werden, auf dessen Empfehlung hin der Kriminalfall noch einmal neu aufgerollt worden ist.

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Artikel 15. April 2013 - 00:04 Uhr
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