Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Donnerstag, 19. Juli 2018, 02:14 Uhr

Linz: 20°C Ort wählen »
 
Donnerstag, 19. Juli 2018, 02:14 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Chronik

Ehepaar betrog Adelige um 1,6 Millionen Euro

GRAZ. Ein Ehepaar ist am Dienstag im Grazer Straflandesgericht verurteilt worden, weil es über undurchsichtige Versicherungstransaktionen eine Frau um 1,6 Millionen Euro erleichtert haben soll.

(Symbolbild) Bild: Wodicka

Die beiden sollen acht Jahre lang Geld des äußerst vermögenden Opfers zum Teil auf ein Privatkonto transferiert haben. Die Frau bekam eine Haftstrafe von viereinhalb Jahren, der Mann zwei Jahre teilbedingt.

Die Adelige - die Verbindungen dieser Familie reichen bis ins Haus Habsburg - erbte in jungen Jahren von ihrem Vater in der Schweiz rund 7,2 Millionen Euro. Das Geld war bei einer kleinen Schweizer Bank angelegt, unter anderem auch in Gold und Edelsteinen. Als die Frau in die Steiermark zog, witterte ihr neuer Versicherungsagent das große Geld: Er überredete sie, das Vermögen von der Schweiz zu seiner Versicherung zu transferieren, was die Frau auch tat. Es fiel eine hohe Provision für den findigen Makler an, doch das ist, wie das Gericht feststellte, nicht strafbar.

Doch dann trat seine Schwester (53) - ebenfalls bei der Versicherung beschäftigt - auf den Plan. Sie soll zusammen mit ihrem Mann (53) nun das Vermögen der Frau zu einer anderen Versicherung verschoben haben und auch von einem Depot ins nächste. "Es begann ein einmaliges, brillantes Verwirrspiel", formulierte es ein Freund des Opfers, der die Sache aufdeckte. Schließlich wurden auch die Gold- und Edelsteinreserven aufgelöst und dieses Geld ebenfalls bei der Versicherung investiert.

Opfer zahlte jeden Monat doppelt

Wie sich aber im Zuge der Ermittlungen herausstellte, bezahlte die blaublütige Unwissende jedes Monat doppelt: Sie überwies einerseits der Versicherung die Prämien für tatsächlich existierende Polizzen, andererseits noch einmal die gleiche Summe auf ein Konto der Angeklagten. Um ihr Treiben zu verschleiern, schärfte die Beschuldigte ihrem Opfer ein, die Post von der Versicherung immer ungeöffnet - "damit nichts verloren geht" - zu ihr zu bringen. Auch Unterschriften sollen gefälscht worden sein, um Geld auf ein Privatkonto zu schaffen. Das ging laut Staatsanwalt Hansjörg Bacher von 2001 bis 2009 so, dann wurde ein Freund der Frau misstrauisch und begann, die Unterlagen zu überprüfen. Schließlich flogen die Machenschaften auf, was nicht nur eine Strafanzeige, sondern auch mehrere Zivilverfahren nach sich zog, die noch nicht abgeschlossen sind.

Der Schöffensenat verurteilte die 53-Jährige wegen schweren Betruges zu viereinhalb Jahren Haft, ihr Mann wurde wegen Geldwäscherei zu einer Strafe von zwei Jahren, davon acht Monate unbedingt, verurteilt. Beide Angeklagten erbaten sich Bedenkzeit, der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Kommentare anzeigen »
Artikel nachrichten.at/apa 14. November 2017 - 18:43 Uhr
Mehr Chronik

Haydn-Werke nach Wassereinbruch beinahe vernichtet

WIEN. Bei einem Wassereinbruch sind im Archiv der Wiener Dommusik zehntausende Notenblätter beschädigt und ...

Serien-Trickdieb erwischt

WIEN. Nachdem er einem 75 Jahre alten Mann am Montag 340 Euro aus der Geldtasche entwendet hatte, ist ein ...

Morde durch Schusswaffen haben zugenommen

WIEN. Strenge Waffengesetze senkten bisher die Mord- und Suizidraten in Österreich.

Wiener Linien versteigern Schwarzenegger-Autogramm

WIEN. Jenes Autogramm, das Arnold Schwarzenegger bei seinem Wien-Besuch im Mai auf einer Straßenbahn der ...

Grenzüberschreitender Löscheinsatz bei Mähdrescherbrand in Tschechien

BUDWEIS/RAABS/THAYA. Ein Mähdrescherbrand auf tschechischem Staatsgebiet hat am Dienstagnachmittag einen ...
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS