Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Donnerstag, 18. April 2019, 22:53 Uhr

Linz: 15°C Ort wählen »
 
Donnerstag, 18. April 2019, 22:53 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Chronik

Brutale Home Invasion in Wien-Favoriten: Verdächtiger freigesprochen

WIEN. Ein brutaler Überfall auf ein betagtes Ehepaar in Wien-Favoriten hat am Freitag einen Schöffensenat am Landesgericht beschäftigt. Zwei Männer waren am 30. Dezember 2017 in ein Einfamilienhaus in der Buchengasse gelangt, hatten eine bettlägerige 81 Jahre alte Frau mit einer Hundeleine gefesselt und 900 Euro sowie eine Goldkette an sich gebracht.

(Symbolfoto) Bild: Daniel Scharinger

Im Innenhof begegneten sie dann zufällig dem Ehemann, der gerade mit seiner nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmten Tochter nach Hause kam. Der 85-Jährige - ein ehemaliger Wachmann und Geldtransport-Begleiter, der stets eine Pistole mit sich führt - wurde entwaffnet, als er seine Glock ziehen wollte. Einer der Täter attackierte ihn danach mit einer Holzlatte und fügte ihm einen Bruch der linken Elle, Prellungen und eine Rissquetschwunde zu.

Als Verdächtige konnten in weiterer Folge zwei Mazedonier ermittelt werden. Einer von ihnen befindet sich in seiner Heimat in Haft und schweigt eisern zu den Vorwürfen, der zweite konnte Anfang Mai mit internationalem Haftbefehl in Bulgarien festgenommen werden. Er wurde an die Wiener Justiz ausgeliefert. Vor einem Schöffensenat (Vorsitz: Philipp Schnabel) bestritt der 24-Jährige nun, mit dem Raubüberfall etwas zu tun gehabt zu haben.

Man habe ihn zwar in diese Richtung anzustiften versucht, er habe das Ansinnen aber zurückgewiesen: "Ich schlage alte Menschen nicht. Ich habe das nicht gemacht." Verteidiger Florian Kreiner wies darauf hin, dass am Tatort keine seinen Mandanten belastenden DNA-Spuren gefunden wurden. Überdies hätte eine im Hof angebrachte Überwachungskamera lediglich den in Mazedonien inhaftierten Verdächtigen aufgezeichnet.

Der überfallene 85-Jährige und dessen Tochter konnten im Zeugenstand den Angeklagten eben so wenig identifizieren wie zwei Zeugen, welche die flüchtenden Täter beobachtet hatten. Die Ehefrau des Pensionisten ist mittlerweile verstorben.

Aufgrund der dürftigen Beweislage wurde der 24-Jährige von dem Überfall freigesprochen. Es gebe "kein Beweisergebnis, das den Angeklagten mit Sicherheit belastet", hielt der Richter fest. Für zwei daneben inkriminierte, am 15. bzw. 23. Dezember begangene Einbrüche, die der Mazedonier zugestanden hatte, fasste er 18 Monate unbedingt aus. Diese Entscheidung ist nicht rechtskräftig.

Putzfrau als Urheberin

Die Home Invasion soll von der ehemaligen Putzfrau des überfallenen Ehepaars den Ausgang genommen haben. Diese soll ihrem Lebensgefährten erzählt haben, dass die beiden recht vermögend seien, worauf der Partner der Reinigungskraft zwei Täter angeheuert und zum Überfall bestimmt haben soll.

Gegen die Putzfrau und ihren Partner wird von der Staatsanwaltschaft separat ermittelt. Sie entschlugen sich daher im Verfahren gegen den 24-Jährigen der Aussage. Dieser erklärte wiederum dem Gericht, sein in Mazedonien inhaftierter Verwandter - die beiden Männer sind Cousins - habe den Überfall begangen. Wer der zweite Täter gewesen sei, wisse er nicht.

Kommentare anzeigen »
Artikel nachrichten.at/apa 09. November 2018 - 15:39 Uhr
Mehr Chronik

Feuer in Wohnung: Wienerin "in letzter Minute" gerettet

WIEN. Eine 27-jährige Frau hat sich am Donnerstagnachmittag vor den Flammen in ihrer Wohnung in ...

Trächtige Katze mit Projektil im Bauch in Niederösterreich entdeckt

VÖSENDORF/PERCHTOLDSORF. "Emma" wird nun vom Wiener Tierschutzverein umsorgt.

Bis zu 24 Grad: So wird das Wetter am Osterwochenende

WIEN. Meist ist das Wetter zu den Osterfeiertagen eher bescheiden, doch in diesem Jahr spielt es mit.

Siebenjähriger Skifahrer im Pinzgau verirrt: Von Joggerin entdeckt

KRIMML / ZELL AM SEE. Ein siebenjähriger Schüler, der sich am Mittwochnachmittag im Skigebiet in Krimml ...

Vater erstach 18-jährigen Sohn im Schlaf und beging Suizid

BREGENZ. Ein 18-Jähriger ist Dienstagfrüh in Bregenz im Schlaf von seinem Vater erstochen worden, der ...
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS