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Wolfgang Peschorn: Ruhiger Chef für unruhiges Ressort

Von Barbara Eidenberger 04. Juni 2019 00:04 Uhr

Ruhiger Chef für unruhiges Ressort von Barbara Eidenberger
Innenminister Wolfgang Peschorn (54)

Die Entscheidung, Wolfgang Peschorn zum Innenminister zu machen, soll vor allem eines: Ruhe in dieses Ressort bringen.

Nach eineinhalb Jahren Minister Herbert Kickl (FP), Kurzzeit-Amtsinhaber Eckart Ratz und dem Wirbel rund um die Doch-nicht-Bestellung des oberösterreichischen Landespolizeidirektors Andreas Pilsl als Innenminister hat die neue Kanzlerin Brigitte Bierlein mit Wolfgang Peschorn nun eine betont konsensuale Wahl getroffen. Wie berichtet, hatten sich FPÖ, SPÖ und die Neos gegen Pilsl gestellt.

Dieser sei nicht nur ein ÖVP-Mann, sondern auch der "Strasser-Ära" im Innenministerium zuzuordnen, so die Kritik, die sich nach Bekanntwerden der möglichen Nominierung im Laufe des Sonntags zuspitzte. Bierlein reagierte rasch und präsentierte noch Sonntagnachmittag mit Peschorn einen neuen Kandidaten. Über ihn sind parteipolitische Verbindungen nicht bekannt, er gilt als "nicht zuordenbar". Entsprechend positiv waren die Reaktionen auf seine Ernennung. Sogar Peter Pilz (Liste Jetzt) – der überall "schwarze Netzwerke" vermutet – sprach von einer "ausgezeichneten Personalentscheidung".

Peschorn ist seit 2006 Leiter der Finanzprokuratur. Diese ist dem Finanzministerium unterstellt und hat als Aufgabe die "rechtliche Beratung und Rechtsvertretung im Interesse des Staates". Der Präsident der Finanzprokuratur fungiert also als Anwalt der Republik. Der Wiener wurde 1965 geboren und studierte Rechtswissenschaften an der Uni Wien. 1991 trat er in den Anwaltsdienst der Finanzprokuratur ein und legte 1995 die Rechtsanwaltsprüfung sowie 1997 die Prokuraturprüfung erfolgreich ab. Der Vater dreier Töchter hat zudem eine musikalische Ausbildung. Er ist gelernter Klarinettist und leitete das Orchester "Wiener Akademische Philharmonie".

Mediale Bekanntheit erlangte Peschorn durch seine Tätigkeit bei der Aufarbeitung der Vorgänge rund um die Pleite der Hypo Alpe Adria oder die Eurofighter-Vergabe. Aufarbeitung ist nun auch im Innenressort vom neuen Minister gefordert. Nicht nur die BVT-Affäre hallt dort noch immer stark nach.

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Barbara Eidenberger

Redakteurin Innenpolitik

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