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Wolfgang Klinger: Plötzlich Landesrat

Von Alexander Zens 22. Mai 2019 00:04 Uhr

Plötzlich Landesrat von alexander Zens
Wolfgang Klinger: Gastwirt, Transport-Unternehmer und Bürgermeister von Gaspoltshofen

Binnen einer Minute musste sich Wolfgang Klinger am Montag entscheiden, ob er Sicherheits-Landesrat werden will. Dass er auf die Frage von FPÖ-Chef Manfred Haimbuchner Ja sagte, zeigt, dass der 60-Jährige gerne anpackt.

Als Nachfolger des zurückgetretenen Elmar Podgorschek wird Klinger ab Donnerstag unter anderem für Feuerwehr, Katastrophenschutz und Gemeindeaufsicht zuständig sein.

Klinger gilt als umtriebig und besonnen in der Sache. Er kommt aus einer Wirtsfamilie in Gaspoltshofen (Bezirk Grieskirchen), Bruder Willi war langjähriger Chef des Österreichischen Weinmarketings. Anfang der 1980er-Jahre speiste der Schriftsteller Thomas Bernhard regelmäßig im Gasthof Klinger. Wolfgangs Mutter Hedi begeisterte ihn mit ihren Kochkünsten. In Bernhards Stück "Der Theatermacher" wird Gaspoltshofen oft erwähnt, auch wegen der guten Frittatensuppe.

Wolfgang Klinger betreibt ein Transport- und Bauunternehmen sowie gemeinsam mit seiner Frau Hermi den Gasthof in vierter Generation, der 2018 vom österreichischen Wirtshausführer zum Wirtshaus des Jahres gekürt wurde. Seine Firmen muss Klinger nun in andere Hände geben – das ist mit dem Posten in der Landesregierung nicht vereinbar.

Politisch aktiv ist Klinger schon lange: seit 1991 in der Kommunalpolitik, seit 2003 als Bürgermeister von Gaspoltshofen, von 2009 bis 2016 im Landtag und seit knapp drei Jahren als Nationalratsabgeordneter. Das Mandat im Parlament gibt er nun wieder ab. Seit 2004 ist Klinger auch Landeschef des Rings Freiheitlicher Wirtschaftstreibender. Der Vater dreier erwachsener Kinder – zwei Töchter, ein Sohn – besitzt den Berufspilotenschein, geht gerne auf die Jagd und war in seiner Jugend Judo-Vizestaatsmeister.

Was er an der Politik schätzt? "Dass man einen Beitrag zur positiven Entwicklung des Landes leisten kann." Jeder habe hier eine Verantwortung. Und er sei überzeugt, dass man eine Gemeinde und den Staat wie ein Unternehmen führen müsse: "Schlank und mit geringen Schulden, menschlich und sozial."

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Redakteur Politik

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