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Ren Zhengfei: Der Dorn im Auge der USA

Von Martin Roithner   20. April 2019

Der Dorn im Auge der USA Von Martin Roithner
Ren Zhengfei

Huawei-Gründer Ren Zhengfei attackiert die USA und warnt vor einem neuen Kalten Krieg.

Ren Zhengfei scheut im Normalfall das Rampenlicht wie der Teufel das Weihwasser. Öffentliche Auftritte des 74-Jährigen sind rar, Interviews mit der Presse noch rarer. Aber nun hat der Gründer des Smartphone- und Netzwerkkonzerns Huawei mit seiner Gewohnheit gebrochen – und dabei heftig gegen Chinas Erzrivalen USA ausgeteilt.

In einem Interview mit den deutschen Zeitungen "Handelsblatt" und "Wirtschaftswoche" erhebt Ren schwere Vorwürfe gegen die US-Amerikaner. Die Kritik richtet sich an die Ankündigungen Donald Trumps und mehrerer Firmenchefs, keine Huawei-Produkte mehr zu kaufen. Ren sieht den Grund dafür im neuen Mobilfunkstandard 5G, bei dem Huawei zu den Vorreitern zählt. "Die USA sehen 5G als strategische Waffe. Für sie ist es eine Art Atombombe", sagte der Firmenchef. Ren warnte sogar vor einem "neuen Kalten Krieg". Wenn der Westen einen solchen vermeiden wolle, "muss er offen bleiben und den Aufstieg anderer Länder hinnehmen".

Seine eigene Karriere kennt nur einen Weg: steil nach oben. Als Sohn zweier Lehrer in der Provinz Guizhou geboren, studierte Ren Architektur und brachte sich Ingenieurswissenschaften selbst bei. 1987 gründete er Huawei. Heute hat der Konzern 180.000 Beschäftigte, setzt mehr als 90 Milliarden Euro um und ist nach Samsung zweitgrößter Handyhersteller der Welt. Den USA und Trump sind Ren und Huawei ein Dorn im Auge. 2010 sagten US-Behörden, Chinas Regierung spioniere Kunden über Huawei-Geräte aus. Ren bezeichnet diese Aussagen als "Märchen".

Der 74-Jährige will lieber die Entwicklung des Konzerns vorantreiben. Tochter Meng Wanzhou, Finanzchefin bei Huawei, scharrt bereits in den Startlöchern, um ihrem Vater nachzufolgen. Der wirkt aber nicht amtsmüde. Sein Privatleben schottet Ren weitgehend ab. Im Konzern gilt er als bescheiden. Er hat keinen Fahrer und fliegt nicht First Class. So soll er auch seine drei Kinder großgezogen haben. Finanzsorgen kennt Ren trotzdem nicht: Sein Vermögen beträgt 2,2 Milliarden Dollar.

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