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Johannes Hahn: Der Ibiza-Profiteur

Von Jasmin Bürger 12. Juli 2019 00:04 Uhr

Der Ibiza-Profiteur von Jasmin Bürger
Neuer, alter EU-Kommissar Hahn.

Mit seiner Nominierung durch Kanzlerin Brigitte Bierlein steht Johannes Hahn vor seiner dritten Amtszeit als EU-Kommissar.

Er wird damit zum längstdienenden Vertreter Österreichs im Brüsseler Spitzengremium. Und das, obwohl der 61-Jährige nie Favorit seiner Partei war, sondern stets der Kompromisskandidat.

So auch heuer: In der türkis-blauen Koalition war Karoline Edtstadler, VP-Listenzweite bei der EU-Wahl, als Nachfolgerin gesetzt. Mit dem Platzen der Koalition war auch dieser Deal hinfällig. Bierlein musste nun einen Kandidaten finden, der im Parlament mehrheitsfähig ist. Und Hahn hat es in den vergangenen zehn Jahren geschafft, sich keine allzu großen Feinde in der Innenpolitik zu machen.

Schon 2010 war er nur zweite Wahl: Schwarzer Wunschkandidat war Ex-VP-Chef Wilhelm Molterer, was beim damaligen SP-Kanzler Werner Faymann aber nicht durchzubringen war. Also einigte man sich auf den damaligen Wissenschaftsminister. 2014 war es nicht die ÖVP, sondern Faymann, der sich als erster für Hahns Verlängerung aussprach.

Der bisherige Kommissar für Nachbarschaftspolitik und Erweiterung ist einer, mit dem viele können. Er sucht nicht die große Bühne, gilt aber als solider Arbeiter. Stationen hat der studierte Philosoph einige hinter sich: In den 80ern war er Obmann der Wiener JVP, später Gemeinderat. Bevor er sich ganz der Politik verschrieb, suchte er sein Glück auch in der Privatwirtschaft: Von 1997 bis 2003 war er beim Glücksspielkonzern Novomatic, zuletzt sogar im Vorstand. 2005 übernahm "Gio", so sein selbstgewählter Spitzname, die Wiener ÖVP, 2007 wurde er Wissenschaftsminister und handelte sich mit den Plänen für Uni-Zugangsbeschränkungen heftige Proteste samt Großdemos und Audimax-Besetzung ein.

Aus der Spur bringt ihn wenig, hatte er doch schon früh eine Lebenskrise zu bewältigen. Mit 22 wurde bei ihm Krebs diagnostiziert, bis kurz nach seinem 40er hatte er drei Rückfälle. Privat ist der geschiedene Vater eines Sohnes nun mit Wüstenrot-Chefin und Ex-Vizekanzlerin Susanne Riess liiert.

Artikel von

Jasmin Bürger

Redakteurin Innenpolitik

Jasmin Bürger
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