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Horst Anselm: Mister Ruder-WM

Von Reinhold Pühringer   24.August 2019

Horst Anselm
Horst Anselm ist Organisationschef der Ruder-WM in Ottensheim.

Egal ob Schlagmann, Steuermann oder Einpeitscher: Bei Horst Anselm drängen sich so einige Sportmetaphern auf. Außer Frage steht allerdings, dass die Ruder-WM, die heute in seiner Heimatgemeinde Ottensheim eröffnet wird, ohne ihn nicht stattfinden würde. Seit 2013 die Idee geboren wurde, die Welttitelkämpfe an die Donau zu holen, hat der 59-Jährige alle Hebel in Bewegung gesetzt. Einer seiner größten Trümpfe dabei: seine Hartnäckigkeit. "Wenn du ihn bei der Vordertür rauswirfst, kommt er im Hinterzimmer durchs Fenster wieder reingeklettert", sagt Österreichs Ruder-Präsident Horst Nussbaumer anerkennend. Die unzähligen Schwarzmaler ignoriert Anselm gekonnt. "Das wird sowieso nichts, haben viele geschimpft", hatte er nach der Eröffnung des Regattazentrums in Ottensheim 2017 gesagt. Ein Projekt, bei dem Anselm Hauptanschieber war. Am Ende klatschten sogar Weltverbandsfunktionäre euphorisch Applaus.

Zwei Jahre später blickt nun die ganze Ruderwelt nach Ottensheim. Seit mehreren Wochen laufen die WM-Vorbereitungen auf Hochtouren. Organisationschef Anselm macht dabei den Hansdampf in allen Gassen und muss auch mit Nackenschlägen fertig werden. Der am Mittwoch ertrunkene Para-Ruderer aus Weißrussland raubte ihm den Schlaf, wie er im persönlichen Gespräch zugab.

Die Funktionärslaufbahn hat der Versicherungsmakler für Industrie früh eingeschlagen. Praktisch nach Durchlaufen der Juniorenklasse stellte er die Ruder ins Eck und half beim Ruderklub WSV Ottensheim, den sein Vater Egon 1971 gegründet hat, mit. Dort legte er 2012 das Amt des Sportwarts nieder, da er zum Präsidenten des oberösterreichischen Verbandes gewählt wurde. Das Amt führt der Vater einer erwachsenen Tochter von Wien aus, wo er seit 29 Jahren wohnt. Ob des zeitintensiven Hobbys ist es bestimmt kein Nachteil, dass Anselms Frau noch aktiv rudert.

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22. November 2019