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Hiro-No-Miya Naruhito: Japans neuer Kaiser

Von Heidi Riepl   02. Mai 2019 00:04 Uhr

Japans neuer Kaiser von Heidi Riepl
Mit Naruhito bricht eine neue Ära an.

Mit dem Schwert, dem Spiegel und den Kronjuwelen übernahm Hiro-No-Miya Naruhito gestern offiziell die drei Throninsignien.

Damit hat er als 126. Kaiser den japanischen Chrysanthemen-Thron bestiegen und die Nachfolge seines Vaters Akihito angetreten, der zuvor nach 30-jähriger Regentschaft abgedankt war. Mit dem neuen Kaiser Naruhito beginnt in Japan auch eine neue Ära: "Reiwa" heißt sie, was so viel wie "Ordnung" und "Harmonie" bedeutet.

Es wird auch eine Zeitenwende: Denn der 59-Jährige bricht so gut wie alle japanischen Traditionen. Als erster Kaiser wurde Naruhito nicht von einer Amme gestillt. Er wuchs bei seinen Eltern auf. Als erster Kaiser studierte er auch im Ausland, schloss ein höheres Studium ab und heiratete eine berufstätige Frau. Der 59-Jährige joggt, klettert auf Berge, spricht fließend Englisch und spielt Bratsche. Noch nie war die weltweit älteste Erbmonarchie so modern. Die ungewohnte Freiheit im Ausland fernab der höfischen Zwänge bezeichnet Naruhito als seinen "großen Schatz". "Beim Studium in England habe ich gelernt, selbst zu denken", sagt er.

"Ich werde immer an der Seite des Volkes stehen", versprach er in seiner ersten Rede als Tenno. Beobachter erwarten, dass er den volksnahen Stil seines Vaters fortsetzt, der sich durch persönliche Begegnungen mit Katastrophenopfern und sozial Benachteiligten als Tröster der Nation profiliert hatte. Wie sein Vater dürfte er auch die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg wachhalten und die pazifistische Nachkriegsverfassung verteidigen. Es wird aber auch erwartet, dass Naruhito häufiger auf der Weltbühne präsent sein und für sein besonderes Anliegen, den Umweltschutz, werben wird. Als unbekannter Faktor gilt seine Frau Masako, die wegen des Drucks, einen männlichen Thronerben zu gebären, unter einer "stressbedingten Anpassungsstörung" leidet. Sollte sie sich erholen, könnte sie als neue Kaiserin auch den Typ der modernen Frau Japans repräsentieren. Und wer weiß: Vielleicht wird die 17-jährige Tochter Aiko eines Tages sogar die erste Kaiserin Japans.

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