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Hassanal Bolkiah: Vom Playboy zum Steiniger

Von Heidi Riepl   24.April 2019

Vom Playboy zum Steiniger Von Heidi Riepl
Sultan Hassanal Bolkiah von Brunei will Homosexuelle mit dem Tode bestrafen.

Er fordere "Toleranz" dafür, dass sein Land die "traditionellen Werte" und seine "Familienlinie" bewahren wolle, heißt es darin. Der bald 73-Jährige fürchtet offenbar die Sanktionen, die das Europäische Parlament seit der Verschärfung der Strafgesetze prüft. Seit 3. April kann in Brunei gleichgeschlechtlicher Sex mit Tod durch Steinigung geahndet werden. Dieben droht die Amputation von Gliedmaßen.

Dabei war der nach der britischen Queen am längsten herrschende Monarch bislang eher als Jetset-Sultan bekannt. Viele Jahre lang verwendete er seine Energie dazu, die weltbesten Partys zu schmeißen und ordentlich zu protzen. Zu seinen Hobbys zählt er Reiten und das Sammeln von Luxuswagen – angeblich besitzt er zwischen 3000 und 5000 Fahrzeuge. Seine 142 Meter lange Jacht soll zu den längsten der Welt gehören. Der Palast, in dem er lebt, hat 1788 Zimmer und 257 Bäder. Außerdem stehen neben diversen Luxushotels auch fünf Privatflugzeuge im Besitz des Sultans. In den 1980er-Jahren war er Stammgast in den spektakulärsten Casinos dieser Welt. Der Absolvent der Königlichen Militärakademie im britischen Sandhurst hat drei Frauen und zeugte insgesamt zwölf Kinder.

Warum der Sultan plötzlich den Islam und die Scharia für sich entdeckt hat, ist unklar. Er selbst sagt, dass er seit seiner Teilnahme am Hadsch frommer geworden und von seiner Spielsucht geheilt worden sei. Beobachter vermuten allerdings einen anderen Grund: Dem Alleinherrscher geht das Öl und damit auch sein Reichtum aus, mit dem er das Volk derzeit ruhigstellt. Die neuen rigorosen Strafgesetze sichern ihm langfristige Kontrolle.

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