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Harald Gebhartl: Der dramatische Anstifter

Von Peter Grubmüller 13. Juni 2019 00:04 Uhr

Der dramatische Anstifter von Peter Grubmüller
Bühnenkunstpreis für Harald Gebhartl

Sein Leben ist schon jetzt ein dickes Kapitel österreichischer Theatergeschichte – und er schreibt daran noch weiter.

Harald Gebhartl ist Autor, Regisseur, dramatischer Anstifter, Aufklärer, Mitbegründer und künstlerischer Leiter des Linzer Theaters Phönix. Am Dienstag wurde ihm für seine beträchtlichen Verdienste der Bühnenkunstpreis des Landes Oberösterreich verliehen.

Bei dem 1957 geborenen und in Leonding aufgewachsenen Einzelkind eines Drogisten (der sich später als Kunstmaler einen Namen machte) und einer Hausfrau (die Schneiderin gelernt hatte) war der Drang an die Rampe bald offensichtlich. Mit neun Jahren schrieb er sein erstes Stück. Es handelte von Zorros Abenteuern und wurde unter der Klopfstange im elterlichen Garten uraufgeführt. Mit 15 trat er der Laienschauspielgruppe Leonding bei und startete in Friedrich Forsters Stück "Robinson soll nicht sterben" mit einer Hauptrolle. Im Linzer Stifter-Gymnasium verschleppte er seinen Klassenkollegen Ferry Öllinger ("Soko Kitzbühel") zum Schauspiel. Bald revoltierten die Buben, sie wollten weg vom künstlerischen Knäckebrot und hin zum dramatischen Guglhupf, den sie in der selbst gegründeten Leondinger "Spielstatt Junge Bühne" auftischten. Aber nur kurz, weil sie zusammen mit Georg Schmiedleitner, Dieter Salzner, Peter Stangl und Stefan Kurowski ins Linzer Zentrum strebten. So betrüblich wie zufällig schloss in dieser Zeit das Linzer Phönix Kino – und ehe das Gebäude in eine Supermarkt-Filiale verwandelt werden konnte, war es von den sechs Männern besetzt und gekauft. Für einen 6,7-Millionen-Schilling-Kredit hafteten die Enthusiasten privat. 1989 wurde das Theater Phönix gegründet, und nach fünf Jahren des Vagabundierens als Dramatiker und Regisseur übernahm Gebhartl die Phönix-Leitung. Mit Klassiker-Bearbeitungen, Uraufführungen aufstrebender Autoren und 25.000 Zuschauern pro Jahr formte er das Haus zu einer der bedeutendsten Mittelbühnen Österreichs. Ab Herbst feiert Gebhartl, der mit Kunst-Kuratorin Maren Richter zusammenlebt, 30-jähriges Phönix-Jubiläum. Verblüffend, weil das Theater frisch und sich stets neu erfindend wie ein junger Organismus an der Wiener Straße in Linz werkt.

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