Lade Inhalte...

Menschen

Frans Timmermans: "Super-Frans"

Von Eike-Clemens Kullmann 25. Mai 2019 00:04 Uhr

"Super-Frans" Von Eike-Clemens Kullmann
EU-weiter Spitzenkandidat der Sozialdemokraten: der Niederländer Frans Timmermans

In den Niederlanden gilt er für viele spätestens seit Donnerstag als "Super- Frans": Rhetorisch brillant, fließend in sieben Sprachen und nun auch erfolgreich.

Denn, geht es nach Nachwahlbefragungen, dann hat Frans Timmermans (58) mit seinen Sozialdemokraten überraschend die EU-Wahlen in seinem Heimatland gewonnen. Dass ihm dieses Kunststück als Spitzenkandidat der Sozialdemokraten auch EU-weit gelingen wird, glauben dennoch nur wenige.

Am 21. Juli 2014 wird Timmermans schlagartig bekannt. Da sitzt der gelernte Diplomat und Außenminister im Saal des UN-Sicherheitsrates in New York und hält die Rede seines Lebens. Wenige Tage zuvor war über der Ostukraine das Passagierflugzeug MH17 mit fast 300 Menschen an Bord abgeschossen worden. "Wie schrecklich müssen die letzten Momente im Leben der Fluggäste gewesen sein. Die Sekunden, nachdem sie verstanden haben, sie werden sterben. Haben sie noch einmal die Hand ihres Liebsten gedrückt, haben sie ihre Kinder an ihr Herz gezogen, haben sie sich in die Augen geschaut, in ihrem Blick ein letztes ‘Auf Wiedersehen’?, sagt Timmermans.

Insgesamt sieben Minuten spricht er. Und sie machen ihn in den Niederlanden unsterblich, weil sie genau das Gefühl der Nation berühren, die durch den Abschuss getroffen wurde. Kurz darauf wird er Stellvertreter Jean-Claude Junckers in der EU-Kommission. Durch seine oft geäußerte Sorge um die Rechtsstaatlichkeit in Osteuropa gilt er vielen Nationalkonservativen als "böse Fratze" der EU, die ihnen Vorschriften machen will.

In diesem Wahlkampf ging es dem vierfachen Vater vor allem um Soziales. In Maastricht geboren, erinnert er gerne daran, dass sein Großvater noch Bergmann war. Wenn man sehe, dass Betriebe Milliardengewinne machten und keine Steuern bezahlten, dann müsste das geändert werden. "Und das kann nur Europa." Die EU müsse zusehen, dass sie von einer reinen Wirtschafts- auch zu einer sozialeren Gemeinschaft werde.

Artikel von

Eike-Clemens Kullmann

Redakteur Außenpolitik, Weltspiegel

Eike-Clemens Kullmann
Lädt
turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

turned_in

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

mehr aus Menschen

3  Kommentare expand_more 3  Kommentare expand_less