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Ein Radler in der Dauerschleife

Von Dominik Feischl 21. Juni 2019 00:04 Uhr

Ein Radler in der Dauerschleife von Dominik Feischl
Der Steirer ist schon zum sechsten Mal Sieger beim "Race Across America".

Normale Radrennen – für Christoph Strasser keine wirkliche Option, von einigen Ausflügen zu hochkarätigen Bewerben wie dem "King of the Lake"-Zeitfahren am Attersee abgesehen.

Der Steirer mag es etwas extremer. Seit Donnerstag ist er mit nunmehr sechs Erfolgen Rekordgewinner beim Nonstoprennen "Race Across America" (RAAM), so etwas wie die Tour de France der Extremisten. Nach acht Tagen, sechs Stunden und 51 Minuten hatte er die Distanz von 4940 Kilometern bewältigt.

Was ein Sportler braucht, um derartige Strapazen zu überstehen? Vor allem schier unmenschliche Leidensfähigkeit. "Richtig gut geht es mir nicht. Es hat so viel geregnet in den letzten drei Tagen. Meine Füße sind total aufgeweicht. Es wird noch etwas dauern, bis ich wieder selbstständig ordentlich stehen kann. Einen kleinen Husten hab ich auch aufgerissen, aber ansonsten ist alles gut", sagte Strasser im Ziel in Annapolis.

Angefangen hat beim 36-Jährigen alles ganz normal. Der in Kraubath an der Mur aufgewachsene Strasser war bis zu seinem 18. Lebensjahr Fußballer. Doch dann sattelte er auf das Mountainbike um. Schnell wurde aus vereinzelten Touren mehr. Im Sommer 2002 erfuhr Strasser von einem neuen 24-Stunden-Radrennen in Fohnsdorf. Mit drei Freunden wollte er in einer Viererstaffel teilnehmen, doch kurz vor dem Start sagten die Kollegen krankheitsbedingt ab, das Startgeld war aber bereits überwiesen. In Laufschuhen, T-Shirt und wenig trainiert bewältigte er den Bewerb und war seither vom Ultra-Radvirus erfasst.

Wenige Jahre später gewann er dann die Langstreckenrennen-WM, 2009 fuhr er sein erstes "Race Across America", weil ihn sein großes sportliches Vorbild Wolfgang Fasching dazu motivierte. Doch eine Lungenentzündung bremste Strasser jäh ein. Zwei Jahre später dann der erste Sieg, dem folgten bis heute fünf weitere – Rekord.

Bestmarken im Extrem-Radsport sammelt er seither wie Briefmarken. Der frühere Radbote ist mit 941,872 Kilometern auch Weltrekord-Inhaber über 24 Stunden auf der Bahn.

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