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Angela Merkel: "Nicht jünger, aber erfahrener"

Von Heidi Riepl 17. Juli 2019 00:04 Uhr

"Nicht jünger, aber erfahrener" von Heidi Riepl
Angela Merkel wird heute 65 Jahre alt.

Natürlich arbeitet sie heute. Wie jeden Mittwoch leitet die deutsche Kanzlerin die Kabinettssitzung. Auch an ihrem 65. Geburtstag. Größere Feierlichkeiten hat die stets pflichtbewusste Angela Merkel nicht geplant. Gewohnt bescheiden kommentiert sie auch ihren Jubeltag: Ihr sei bewusst, "dass man nicht jünger wird. Aber erfahrener. Vielleicht. Alles hat seine gute Seite", sagt die als "mächtigste Frau der Welt" titulierte Politikerin.

In ihren bald 14 Jahren Kanzlerschaft hat Deutschlands "Mutti" schon viel erlebt, und vor allem viele Krisen überlebt. Einmal abgesehen von den ständigen Koalitionszerwürfnissen, bewältigte sie die Bankenkrise und rettete den Euro. Mit der Devise "Wir schaffen das!" begrüßte sie den Flüchtlingsstrom von 2015, was ihr von ihren Kritikern den Beinamen "Flüchtlingskanzlerin" einbrachte. Und neuerdings kämpft die aus Ostdeutschland stammende Pastorentochter mit einer Gesundheitskrise. Insgesamt vier Mal hat Merkel in der Öffentlichkeit heftige Zitterattacken durchlitten und wilde Spekulationen über ihren Gesundheitszustand ausgelöst. "Ich bin fest davon überzeugt, dass ich gut leistungsfähig bin", versucht Merkel die wachsenden Zweifel an ihrer Amtsfähigkeit auszuräumen.

Doch Tatsache ist auch, dass die 18 Jahre an der CDU-Spitze mit ständigen internen Rangeleien und die vielen Jahre als Regierungschefin mit Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit tiefe Spuren hinterlassen haben. Nicht zu vergessen die vielen nächtlichen EU-Krisensitzungen und die stressigen Staatsbesuche auf der ganzen Welt. Auch den Tod ihrer Mutter im April soll die Physikerin, die in zweiter Ehe mit dem Chemiker Joachim Sauer verheiratet ist, noch nicht verarbeitet haben. An die Rente denkt Merkel aber längst nicht. Obwohl sie den CDU-Vorsitz bereits an Annegret Kramp-Karrenbauer übergeben hat, betont sie stets, dass sie bis 2021, bis zum regulären Ende der Regierung, zur Verfügung stehe. Dann hätte sie auch die 16 Jahre Regierungszeit von Helmut Kohl getoppt. Allerdings darf bezweifelt werden, dass die Koalition so lange hält.

Artikel von

Heidi Riepl

Redakteurin Außenpolitik, Weltspiegel

Heidi Riepl
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