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Alexander Van der Bellen: Der Ruhepol

Von Jasmin Bürger 24. Mai 2019 00:04 Uhr

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Ob sein Puls in der vergangenen Woche seit Auftauchen des blauen Skandalvideos jemals nach oben geschnellt ist, bleibt sein Geheimnis. Nach außen wirkt Alexander Van der Bellen seit Ausbruch der Regierungskrise aber so, wie sich der gelernte Österreicher sein Staatsoberhaupt vorstellt: ruhig, besonnen – und handlungsfähig.

Nicht, dass der 75-Jährige in seinen zahlreichen Auftritten nicht mehrmals die durch das Video zutage getretenen Abgründe verurteilt hätte. Und auch die Bitte an die Menschen, sich nicht angewidert von der Politik abzuwenden, kam mehrfach, denn: "So ist Österreich einfach nicht." Aber der Bundespräsident machte auch klar, dass trotz Aufkündigung der türkis-blauen Regierung und sogar in Anbetracht eines möglichen Kanzlersturzes durch das Parlament kein Grund zur Sorge bestehe. "Nur Mut und etwas Zuversicht, wir kriegen das schon hin", versicherte der langjährige Grünen-Chef und frühere Volkswirtschafts-Professor in seiner Fernsehansprache Dienstagabend.

Sicher macht ihn das Vertrauen in die Verfassung, an der er sich mit jedem seiner Schritte orientiert, die Ausnutzung der Möglichkeiten aber stets sorgfältig abwägt. Es stünde in seiner Macht, den Nationalrat aufzulösen oder den Kanzler zu entlassen. Davon ist der im Tiroler Kaunertal aufgewachsene Sohn aus estnisch-russischem Haus weit entfernt. Van der Bellen, seit 2015 in zweiter Ehe mit der früheren Grünen-Klubgeschäftsführerin Doris Schmidauer verheiratet, ist ein Mann des Konsenses und versucht auch jetzt, einen Ausgleich zwischen den Parteien herzustellen. Trotz Krisentreffen im Stundentakt fand er diese Woche auch noch Zeit für den Empfang von Chinas Parlamentspräsidenten Li Zhanshu und selbst für eine schnelle Gassirunde mit seinem neuen Hund "Juli" vor der Hofburg.

Mit Umsicht, Ruhe und dem nötigen Fingerspitzengefühl ist Van der Bellen nach seinem mühsam errungenen Wahlsieg 2016 das, was sein damaliger Kontrahent Norbert Hofer, der nun die Scherben der FPÖ aufsammeln muss, sein wollte: ein starker Präsident.

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Jasmin Bürger

Redakteurin Innenpolitik

Jasmin Bürger
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