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Moon Jae-in: Der Friedensstifter

Von Eike-Clemens Kullmann   28. April 2018 00:04 Uhr

Der Friedensstifter Von Eike-Clemens Kullmann
Steht für den Kurswechsel gegenüber Nordkorea: Südkoreas Staatschef Moon Jae-in.

Nach dem Korruptionsskandal um Präsidentin Park Geun-hye war der Menschenrechtsanwalt Moon Jae-in im Vorjahr eigentlich "nur" als linker Saubermacher an der Staatsspitze Südkoreas angetreten. Doch der mittlerweile 65-Jährige ließ rasch mit einem anderen Ansinnen aufhorchen.

Zuerst belächelt, propagierte Moon die Aussöhnung mit dem Norden. Während Machthaber Kim Jong-un unablässig sein Raketen- und Atomwaffenarsenal testen ließ, beharrte Moon darauf, sich Gesprächen nicht zu verschließen. Vor den Olympischen Spielen in Pyeongchang lud er den Norden zu symbolischen "Friedensspielen" ein. Nicht zuletzt brach er mit dem Dogma des alleinigen Anspruchs auf die koreanische Halbinsel. Es gehe ihm zuerst darum, Frieden zu sichern. Mit dem gestrigen Gipfel ist die Vision des geschickten Vermittlers zum Teil aufgegangen.

Moon wurde 1953 in einem Lager für Kriegsflüchtlinge auf der Insel Geoje geboren. Seine Eltern waren während des Korea-Kriegs vor chinesischen Rotgardisten geflohen. Die Jugend war von Armut der Nachkriegszeit geprägt, aber auch von unbedingtem Aufstiegswillen. Als Jus-Student demonstrierte er in vorderster Reihe gegen das Militärregime. Als angeblicher Rädelsführer wurde er zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Diese Erfahrung war mit ein Auslöser dafür, dass Moon später als Menschenrechtsanwalt Demokratieaktivisten verteidigte. Politisch stieg der mit Kim Jung-sook verheiratete zweifache Vater nach der Jahrtausendwende unter Präsident Roh Moo-hyun zum Stabschef auf. Seit er ins Präsidentenamt gewählt wurde, hält er konstant Umfragewerte von gut 70 Prozent. Entgegen der Auffassung im Ausland hat seine Popularität jedoch nur wenig mit dem Nordkorea-Thema zu tun.

Moon wurde zuallererst dafür gewählt, die korrupten Machenschaften überdominanter Konzerne zu zerschlagen. Ebenso versprach er, die Probleme mit Leiharbeit, prekären Beschäftigungsverträgen und der zweithöchsten Arbeitszeit der OECD-Länder anzugehen.

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