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Menschen

Hans-Peter Haselsteiner: Milliardär und Menschenfreund

Von Susanne Dickstein   01. August 2018 00:04 Uhr

Milliardär und Menschenfreund Von Susanne Dickstein
Der Bau-Tycoon finanziert seit Jahrzehnten den Festspielbetrieb in Erl in Tirol.

Hans-Peter Haselsteiner wird in einen "MeToo-Strudel" gezogen.

Noch im Februar hat sich der Festspiel-Präsident von Erl, Hans-Peter Haselsteiner, weit aus dem Fenster gelehnt, um seinen künstlerischen Leiter Gustav Kuhn zu schützen. Die Vorwürfe sexuellen Missbrauchs durch Kuhn seien eine "Schweinerei erster Ordnung" und die Festspiele "offensichtlich Opfer einer Verleumdungskampagne". Jetzt scheint, als seien die Opfer unter den Künstlerinnen zu suchen, und der schlagfertige Bauunternehmer war um Schadensbegrenzung bemüht. In einem offenen Brief stellte er fest, den Vorwürfen werde mit Akribie nachgegangen – nach Ende der diesjährigen Festspiele.

Der finanzielle Schaden – Haselsteiner hat 36 Millionen Euro in ein neues Opernhaus in Erl investiert – dürfte den 74-Jährigen dabei weniger schmerzen als die persönliche Enttäuschung. Denn der in Wörgl geborene Bau-Tycoon ist nicht nur wirtschaftlich erfolgreich, sondern vor allem ein Philanthrop.

Seinen Reichtum hat er begründet, indem er aus der Kärntner Baufirma des Schwiegervaters den börsenotierten Strabag-Konzern mit 75.000 Beschäftigten geformt hat. Laut Statut der Haselsteiner-Privatstiftung sind 51 Prozent der Erträge für gemeinnützige, soziale oder kulturelle Zwecke einzusetzen. Die Liste der Projekte ist entsprechend lang: Der Vater von vier Kindern und zweifache Großvater engagiert sich für die Sozialprojekte von Pater Sporschill in Rumänien und Bulgarien. Dem Verein der verstorbenen Flüchtlingshelferin Ute Bock hat er finanziell unter die Arme gegriffen. Er investierte unter anderem in das Wiener Künstlerhaus und die Kunstsammlung Essl. Haselsteiner, der politisch mit allen Lagern vernetzt ist, lässt sich in keine Schublade stecken. Er kann sich eine Reichensteuer ebenso vorstellen wie eine Grundsicherung und fordert eine faire Regelung des 12-Stunden-Tages. Dass er am Zenit seines Schaffens – und gerade in seinem Herzensprojekt Erl – in einen "MeToo-Strudel" gezogen wird, dürfte dem Mäzen aber gar nicht gefallen.

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