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Menschen

Hans Peter Doskozil: Sein schwerster Fall

Von Christoph Kotanko   29. August 2015 00:04 Uhr

Sein schwerster Fall
Hans Peter Doskozil

Seit September 2012 ist Hans Peter Doskozil Polizeidirektor im Burgenland.

Es war ein Routinetermin an diesem Donnerstag: Die Innenministerin besichtigte die Flüchtlings-Sammelstelle Nickelsdorf. Mittendrin bekam der burgenländische Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil einen Anruf: An der Ost-Autobahn hatten seine Leute einen Kühl-Lkw voller Leichen geöffnet.

Seither arbeitet der breitschultrige 55-Jährige an seinem schwersten Fall. Er muss die vielen Opfer identifizieren lassen und die Täter überführen. Die enorme Aufgabe ist "sehr belastend", wie er selbst sagt: "Das ist keine alltägliche Amtshandlung."

Doskozil ist ein langgedienter Polizist mit einer ungewöhnlichen Zwischenstation.

1989 begann er als Sicherheitswachebeamter in Wien und studierte nebenbei Rechtswissenschaften, Sponsion im Jahr 2000. Wenig später ließ er sich für ein Jahr ins Burgenland versetzen. 2004 kam er zum Fremdenpolizeilichen Büro der Wiener Polizei: ein Posten mit sehr viel Stress und sehr wenig Anerkennung.

2005 ging er zurück nach Pannonien und wechselte dort 2008 in eine politische Funktion: Er wurde einer der Referenten im Büro von SP-Landeshauptmann Hans Niessl.

Zwei Jahre später wurde er Büroleiter des Landeschefs. Das ist eine Schlüsselposition in einem Land, dessen Alltag mehr als in anderen Ländern parteipolitisch geprägt ist.

Seit September 2012 ist er Polizeidirektor. Einen seiner ersten Auftritte in dieser Funktion hatte er in der beliebten ORF-Sendung "Mahlzeit Burgenland". Dort durfte er, neben dem kulinarischen Geplauder, seine Rezepte für eine bürgernahe Polizei darlegen. "Dienstleistung Sicherheit" ist einer seiner Slogans. Bevor die Flüchtlingswelle kam, war die Kontrolle des grenzüberschreitenden Pfuschs eine Hauptaufgabe der örtlichen Exekutive.

Entgegen der Propaganda, die von der jetzigen rot-blauen Landesregierung betrieben wird, ist das Burgenland eine besonders sichere Region. Polizeidirektor Doskozil sagt das auch laut – nicht eben zur Freude seines ehemaligen Dienstherrn Niessl.

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