Lade Inhalte...

Gertraud Jahn: Die rote Aufsteigerin

Von Heinz Steinbock   05.November 2013

Die rote Aufsteigerin Von Heinz Steinbock
Gertraud Jahn (SP) zieht im Jänner in die Landesregierung ein.

Aber es sei ein wesentliches Signal, dass sie sowohl der Noch-Vorsitzende Josef Ackerl als auch der künftige Parteichef Reinhold Entholzer vorschlug. Am 23. Jänner wird nun Jahn Ackerls Nachfolgerin auf der Regierungsbank und auch im Sozialressort, das Partei-Urgestein Ackerl 20 Jahre lang geprägt hat.

Schon vor zwei Jahren war die heute 56-Jährige die Wunschkandidatin ihres Vorgängers: Karl Frais schlug sie als Landtags-Klubchefin der SPÖ vor. In den Landtag war sie nach der Wahl 2003 eingezogen. „Mit Leidenschaft dafür, was ich tue, mit Mitgefühl dafür, was ich in meinem Umfeld erlebe“, charakterisiert sich Gertraud Jahn spontan selbst. Die gebürtige Salzburgerin, die in Schalchen aufgewachsen war, kam während ihres Studiums der Betriebswirtschaft zur Sozialdemokratie. Was folgte, könnte als nahezu perfekter „roter Lebenslauf“ bezeichnet werden: Engagement in der Studentenpolitik und bei der Sozialistischen Jugend, nach Studienabschluss Berufseintritt in der Arbeiterkammer, wo sie bis 2004 Leiterin der wirtschaftspolitischen Abteilung war. „Kreiskys Politik hat mir als Arbeiterkind das Studium ermöglicht, das prägt“, sagt Jahn denn auch. In der Landes-SP gilt sie als gut vernetzt und unumstritten, sie präsentiert sich gerne als Teamworkerin.

Persönlich umgänglich, wird der künftigen Landesrätin manchmal nachgesagt, im politischen Diskurs sperrig zu sein. Denn Jahn vertritt nicht nur ideologisch unverrückbar sozialdemokratische Grundthesen. Auf Basis der Landespolitik zu argumentieren, ist ihr zu eng: Jahn sucht stets den bundes- bzw. europapolitischen Kontext.

Gertraud Jahn ist verwitwet und hat einen Sohn. In ihrem Wohnort Mauthausen ist sie nach wie vor auch kommunalpolitisch als Gemeinderätin aktiv.

copyright  2019
24. Juni 2019