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Menschen

Gabriel Lansky: Roter Advokat ohne Skrupel

16. Juni 2015 00:04 Uhr

Roter Advokat ohne Skrupel Von Jasmin Bürger
Anwalt mit Kasachstan-Connection

Gabi und Gusi: Den Wiener Anwalt Gabriel Lansky und Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer verbindet nicht nur die Partei, sondern auch eine langjährige Freundschaft.

Im Wahlkampf 2006 organisierte der 59-jährige umtriebige Jurist das Promi-Komitee des dann nur kurzzeitigen Regierungschefs.

Die Freundschaft hielt, auch geschäftlich haben die Genossen gemeinsame Interessen. Ihre Kasachstan-Connection rückt durch einen aktuellen Bericht des deutschen "Spiegel" nun wieder ins Zwielicht.

Und dann ist da noch die Causa Aliyev: Im in Wien laufenden Mordprozess vertritt Lansky die Witwen zweier in Kasachstan ermordeter Banker. Der mutmaßliche Auftraggeber, der frühere kasachische Geheimdienst-Chef Rachat Aliyev, hatte sich in Wien vor Prozessbeginn in seiner U-Haftzelle erhängt. Dass die österreichische Justiz den Fall überhaupt vor Gericht und Aliyev hinter Gitter brachte, heftet sich Lansky gern an die Fahnen. Dass er dabei seine ausgezeichneten Kontakte über pensionierte Sektionschefs bis ins Justizministerium spielen ließ, kreiden ihm einige an. Zumal an hehren Interessen gezweifelt wird: Gegen Lansky läuft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts, er habe mit dem kasachischen Geheimdienst kooperiert.

Was der Anwalt routiniert dementiert. Zimperlich bei seinen Methoden ist der Sohn eines Richters und einer Pianistin, die das Konzentrationslager Auschwitz überlebte, nicht. Neben Paragrafen ist Lobbyismus Lanskys bestes Werkzeug. Anwalt war der Vater zweier Söhne, der mit einer aus Eferding stammenden Ärztin verheiratet ist, geworden, um die Schwächsten zu vertreten: Nach einem Engagement bei Amnesty International spezialisierte er sich auf Menschenrechte.

Es folgten schillernde und pikante Fälle, die ihn bekannt und seine Kanzlei groß – mehr als hundert Mitarbeiter – machten: Prominenteste Mandanten waren Udo Proksch und Entführungsopfer Natascha Kampusch. Aktuell tritt er gegen "seine" SPÖ, für die er schon für den Nationalrat kandidierte, auf: Lansky ist im Bawag-Anwaltsteam im Rechtsstreit um den verlustreichen Linzer Swap 4175.

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