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Leserbriefe

Vertrauensfrage

Von Johann Mitterhuber, Bad Ischl   02. Dezember 2021 00:02 Uhr

Jeder kennt wahrscheinlich von sich selbst, wie empfindlich er reagiert, wenn es sich um Vertrauensfragen handelt, wie schnell Zweifel aufkommen, wie leicht Vertrauen verspielt ist!

Gerade jetzt wäre Vertrauen in die Politik für Glaubwürdigkeit und Akzeptanz so wichtig. Über die vergangenen Monate boten Verantwortungsträger wie oberste Bundes- und Landespolitiker, Minister, Abgeordnete ein Bild, das jegliches Vertrauen schwinden lässt. Da gab’s z. B. die Chat-Protokolle; ein Landeshauptmann als Ressortchef schaut weg, wenn sich in seinem öffentlichen Bereich 1000 Bedienstete in der Kurzarbeit privilegierte Löhne auszahlen lassen; die Tragik um den Menschen BH Wojak; ein Landeshauptmann, der in höchst angespannter Lage unbestrittenen Wissenschaftlern unterstellt, sie würden die Bevölkerung gerne einsperren und verhungern und verdursten lassen; eine Gesundheitslandesrätin nennt Pflegebedienstete Todesengel; eine Ministerin (Richterin!) schlägt für Hausdurchsuchungen bei Politikern eine gesetzlich verpflichtende vorherige Ankündigung vor ... Manchmal frage ich mich wirklich, geht’s noch dümmer? Ist es da wirklich so verwunderlich, dass tausende Leute ihren Frust bei Protesten auf der Straße entladen?

Bei der Impfentscheidung wird die Bevölkerung mit ihren Sorgen und Unsicherheiten alleingelassen. Anstatt in versöhnlicher Weise gemeinsam mit den geschätzten und glaubwürdigen Wissenschaftlern und Medizinern mit Kompromissversuchen oder dergleichen zu überzeugen, droht man jetzt mit Strafen von tausenden (!) Euro und verschärft damit die Situation ein weiteres Mal. Ja, so untergräbt man Vertrauen, weiter, Stück für Stück!

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